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Leserbrief

#MeToo: Es geht nur mit Toleranz und einem Miteinander

«Jetzt sind die Männer dran», Ausgabe vom 11. Oktober

Der Aufschrei der Frauen ist dringend nötig, aber nun bitte kein Gegeneinander! Wir Frauen sind diejenigen, die eine Wende und ein Umdenken in vielen Köpfen herbeiführen müssen und können. Alles beginnt bei der Erziehung der Kinder und dem Klima in den Familien – und der Haltung der Erziehungsberechtigten.

Seit jeher werden Knaben und Mädchen nicht gleich erzogen. Da wir Mütter naturbedingt behütende Wesen sind, schützen wir unsere männlichen Kinder oft bis ins Erwachsenenalter viel intensiver als unsere Mädchen. Wir wissen im Innersten, dass die weiblichen Kinder das starke Geschlecht sind, abgesehen von der Muskelkraft. Somit sind die Knaben oft die Prinzen, der Vater sogar der König.

Die Mädchen wirken als Dienerinnen und Untergebene. Das Bild ist krass, es zeigt aber schon früh die Verteilung von Macht, Würde und Respekt. Die Frauen dürfen nicht aufmucksen, sollen sich fügen und zu Diensten sein. Nebenbei werden Narzissten aufgezogen, welche später Mitmenschen in Depressionen treiben. Durch das Zusammenleben mit verschiedenen Kulturen zeigt sich das ganze Dilemma noch breiter. Es braucht unbedingt Gleichberechtigung in der Familie, in der Erziehung, es braucht absolute Selbstbestimmung, besonders der weiblichen Familienmitglieder. Eine Veränderung kann nur stattfinden, wenn ein Miteinander gelingt, ein Gegeneinander bewirkt immer noch mehr Leid und Frust.

Ich bin nun 75 Jahre alt und natürlich keine Discogängerin mehr. Als junge Frau würde ich mich vielleicht total anständig dem «Anmacher» nähern, ihm selbstbewusst in seine Augen schauen und sagen: «Ich bin okay, du bist okay!» Was würde er antworten? Vielleicht ist er verwundert, studiert, hat etwas anderes erwartet. Ich glaube, das Zusammenleben aller Menschen kann nur gelingen in Anstand, Toleranz, Respekt und vor allem in voller Gleichberechtigung.

Es ist nie zu spät. Die heutigen Jungen, und es gibt unter ihnen viele tolle Menschen, haben die Möglichkeit und die Fähigkeit dazu. Also los!

Monika Schmidli-Roos, Luzern

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