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Musikunterricht vermittelt Lebenssinn

«Sollen die Kantonsbeiträge bei Musikschulen gekürzt werden?», Ausgabe vom 26. April
Heinrich Süess,

Es ist etwas verwunderlich, dass Oliver Imfeld von der SVP, als sicherlich gut verdienender Manager von DJ Bobo, der musikalischen Ausbildung der Jugend weniger Geld zur Verfügung stellen will. Was ist sinnvoller, als Jugendlichen die Chance zu geben, sich auszubilden und sie so gezielt und gut betreut zu beschäftigen? Musizieren ist ein Schweizer Kulturgut, hier zu sparen ein Blödsinn. Wenn es durch gute Bildung und Freude an der Musik gelingt, Jugendlichen Lebenssinn zu vermitteln, kann an andern Orten Geld gespart werden.

Dafür muss etwas weitergedacht werden. Gut ausgebildete Jugendliche werden sicher weniger kriminell, sind verantwortungsvolle und wertvolle Staatsbürger. Herr Imfeld vertritt hier nicht das Volk, wie es seine Volkspartei eigentlich sollte, sondern die Interessen der Gutverdiener, die nicht mehr Steuern bezahlen wollen. Gutverdiener können die geforderte Selbstverantwortung – Eltern sollen mehr an die Musikschule bezahlen – gut übernehmen und die Musikschule für ihre Kinder locker selber bezahlen. Die Steuereinsparungen zahlen sich bei ihnen im Haushaltsbudget mehr aus als bei Kleinverdienern. Diejenigen mit wenig Einkommen und mehreren Kindern bleiben auf der Strecke. Steigt die Kriminalität unter den Jugendlichen, wird der Ruf nach Repressionen laut. Der Brandstifter spielt dann die Feuerwehr. Repressionen kosten, Folgekosten ebenfalls. Polizei, Arztkosten, Sozialdienste und so weiter.

Heinrich Süess,

Luzern

Das Hin und Her mit der Verantwortlichkeit und die immer wiederkehrenden Sparübungen in der Musikerziehung sollten ein Ende haben. Mit der Volksinitiative von 2006 erhielt die Regierung einen deutlichen Auftrag, das Musikschulwesen in das Volksschulgesetz zu integrieren und entsprechende Beiträge zu leisten.

Nun mussten Bedingungen erfüllt werden (Mindestgrösse, minimale Unterrichtsdauer, Ausbildung der Lehrpersonen, Leitbild, Leistungsauftrag, Qualitätsmanagement), um Beiträge zu erhalten. Dafür konnte von einer sinnvollen kantonalen Koordination profitiert werden, was jetzt wieder gefährdet ist. Der Kanton möchte zwar weiterhin befehlen, aber nur noch halbherzig zahlen?

Die Balance zwischen Kanton, Gemeinde und Eltern gerät ausser Kontrolle. 1,8 Millionen Franken sind für den Kanton ein relativ kleiner Sparbetrag, für die Musikschulen ist dieses Geld aber enorm wichtig. Momentan geht es vielen Gemeinden gut, doch die Zukunft ist ungewiss. Es besteht die grosse Gefahr, dass letztlich die Eltern durch höhere Schulgelder bluten müssen. Schliesslich können sich nur noch reichere Gemeinden oder gutverdienende Familien den Musikunterricht leisten.

Mit einer Rekordzahl von Unterschriften hat die Bevölkerung gefordert, dass sich der Kanton dieses Musikschul­wesen mit der entsprechenden Finanzierung weiterhin leisten soll. Eine Halbierung muss abgelehnt werden!

Urs Arnet, Musikschulleiter Unteres Entlebuch, Entlebuch

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