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Nachdenken und schlauer werden ist erlaubt

Zur Abstimmung vom 10. Juni in der Stadt Zug über die Initiative «Ja zu Gewerbe und Läden in der Altstadt»
Felix Horta, Anwohner Zeughausgasse, Zug

«Darf man mitten im Match die Spielregeln ändern?», wurde in einem Leserbrief vergangene Woche gefragt. Ja, man darf! Denn die Spielregeln haben sich bereits vor drei Jahren geändert. Mit dem Nein zum Stadttunnel wurde die Vision einer zum Flanieren einladenden Begegnungszone im Stadtzentrum und einem zusammenwachsenden, verkehrsfreien oberen und unteren Postplatz zur Illusion. Die Umgestaltung des Postplatzes stand immer in Zusammenhang mit dem Stadttunnel. 2007 schrieb der Stadtrat zum Postplatz: «Bis zur Realisierung des Stadttunnels soll eine Begegnungszone mit autofreien Abschnitten in Etappen und in Teilbereichen ermöglicht und die Attraktivität des Stadtzentrums gesteigert werden.»

Die Realität heute ist, dass der Verkehr am und um den Postplatz wie eh und je fliesst und die Altstadt nichts an Attraktivität hinzugewonnen hat. Im Gegenteil, die Ladenbetreiber sollen den Durchgangsverkehr und die sinkenden Kundenfrequenzen hinnehmen und gleichzeitig auf die für ihre Geschäfte so wichtigen oberirdischen Parkplätze verzichten. Das ist zynisch. In der Altstadt sind mehr als 1400 Gewerbebetriebe und Läden mit mehr als 6000 Arbeitsplätzen und 150 Lehrstellen angesiedelt. Der Wegfall der Parkplätze betrifft nicht ein paar wenige Läden, sondern einen lebendigen und wirtschaftlich ernst zu nehmenden Stadtteil.

Die 42 oberirdischen Parkplätze, die erhalten bleiben sollen, sind gemessen an der hohen Zahl der Betriebe und Unternehmen verschwindend klein. Und trotzdem sorgen genau diese wenigen Parkplätze dafür, dass die Altstadt für Kurzzeitparkierer weiterhin attraktiv bleibt. Wer nur eine kurze Erledigung machen will, eine Kiste Wein abholen, etwas zum Grillieren einkaufen, die Schuhe zum Reparieren oder die Hemden in die Reinigung bringen will, fährt dazu nicht ins Parkhaus. Der lässt die Geschäfte in der Altstadt links liegen und sucht sich anderswo eine bequemere Möglichkeit. Die Initiative «Ja zu Gewerbe und Läden in der Altstadt» hat ein Ziel, eine lebendige Zuger Altstadt, die für alle, ob zu Fuss, mit dem Velo, dem ÖV oder dem Auto gut erreichbar ist. Unterstützen Sie die Zuger Altstadt und legen Sie am 10. Juni ein Ja in die Urne.

Felix Horta, Anwohner Zeughausgasse, Zug

Den Schritt, das Schuhmachergeschäft meines Vaters an der Zeughausgasse zu übernehmen, habe ich mir gut überlegt. Schuhe sind meine Leidenschaft, und für mich gibt es nichts Befriedigenderes, als in der Werkstatt mit Schuhen zu arbeiten. Die Kundschaft, die mein Vater über viele Jahre aufgebaut hat, schätzt es, dass ich den Laden weiterführe. Leider wird das ohne Parkplätze sehr schwierig werden. Die meisten meiner Kunden sind mit dem Auto unterwegs und bringen ihre Schuhe auf dem Arbeitsweg kurz vorbei. Wenn sie aber an meinem Geschäft vorbei zuerst ins Parkhaus fahren müssen, um dann alles wieder zurückzulaufen, werde ich wohl viele Kunden verlieren. Das bereitet mir grosse Sorgen. Ich bitte die Zugerinnen und Zuger, an das Gewerbe in der Altstadt zu denken und am 10. Juni ein Ja in die Urne zu legen.

Michael Sergi, Da Giovanni Schuhservice, Zug

Nachdenken ist immer noch erlaubt! Wenn die SP, Alternative-CSP und GLP gebetsmühlenartig wiederholen, dass sich seit 2008 nichts geändert habe, ist das schlicht falsch. Und nochmals falsch ist die Behauptung, dass der Stadttunnel nur eine Vision gewesen sei. Für den Stadtrat waren der Bebauungsplan Post und der Stadttunnel immer ein Gesamtpaket. Dieses Gesamtpaket, dass der Zuger Bevölkerung 2008 versprochen wurde, ist mit dem Nein zum Stadttunnel vom Tisch. Die Ausgangslage hat sich seit 2008 grundsätzlich verändert: Ohne Stadttunnel ist und bleibt der Postplatz der Verkehrsknotenpunkt der Stadt Zug. Der gesamte Durchgangsverkehr kreuzt sich hier, aus der Vorstadt, Grabenstrasse, Ägeristrasse, Neugasse, Zeughausgasse und Poststrasse. Aber es hat sich noch viel mehr verändert: Niemand konnte 2008 die Folgen des Online-Shoppings absehen, das für den gesamten stationären Handel, auch an guten Passantenlagen, eine grosse Herausforderung ist. Und niemand hätte 2008 gedacht, dass nicht nur die Post, eine der Hautlebensadern der Altstadt ihre Pforten schliesst, sondern auch die gesamte Stadtverwaltung wegzieht. Eine Neubeurteilung war dringend notwendig, alles andere wäre verantwortungslos. Es kann nicht sein, dass die Altstadt den wachsenden Durchgangsverkehr hinnehmen muss, ohne nicht auch von dessen positiven Seiten zu profitieren. Nämlich von Autofahrern und Pendlern, die kurze Erledigungen in der Altstadt machen, wenn sie unkompliziert parkieren können. Für das Gewerbe und die Läden in der Altstadt sollen 42 oberirdische Kurzzeitparkplätze erhalten werden. Es geht aber noch um viel mehr: um eine lebendige Altstadt mit einem Mix aus vielfältigen Geschäften, mit Cafés, Restaurants und Hotels, mit Gewerbebetrieben und Büros. Wer nachdenkt und nicht einfach den Status quo hinnimmt, der sagt am 10. Juni Ja zur Altstadt.

Eliane Birchmeier, Mitglied GGR und GPK, FDP Stadt Zug

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