Leserbrief
Nichtstun bei der AHV heisst, auf Kosten der Jungen zu leben

Zum Leserbrief «Für ein Nein zur AHV-Vorlage», Ausgabe vom 29. Juli

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Claudia Obrecht plädiert für ein Nein zu AHV-Reform und argumentiert mit den fiskalischen und sozioökonomischen Benachteiligungen der Frauen. Ein Ja zur aktuell vorliegenden AHV-Reform sei erst dann angebracht, wenn gleicher Lohn für gleiche Arbeit, gleiche Karrierechancen, Individualbesteuerung und eine zivilstandsunabhängige AHV verwirklicht seien. Diese Argumentation spielt einerseits Geschlechter gegen Generationen aus: Nichtstun aufgrund von Benachteiligungen von Frauen (in Bereichen wie der zweiten Säule oder bei der Besteuerung, nicht bei der AHV) heisst, auf Kosten der Jungen zu leben. Denn die Zahl der Erwerbstätigen, welche die aktuellen Rentnerinnen und Rentner finanzieren, nimmt laufend ab, wodurch die Belastung pro erwerbstätiger Person steigt. Das widerspricht der Generationensolidarität. Obrechts Argumentation zeugt zudem von einem falschen Politikverständnis: In der Schweiz bemühen wir uns darum, Herausforderungen Schritt für Schritt und in den jeweiligen Dossiers anzupacken. Obrechts Argumentation jedoch vermischt verschiedene Dossiers, in denen sich zum Teil bereits etwas tut. So sammle ich wöchentlich Unterschriften für die Steuergerechtigkeitsinitiative der FDP-Frauen und setze mich damit aktiv für die Individualbesteuerung ein. Im Namen der jungen Generation plädiere ich für eine sachbezogene Diskussion und für ein doppeltes Ja zur AHV 21-Reform.

Sie ist ein erster, wichtiger Schritt in die richtige Richtung und sorgt dafür, dass in der Schweiz auch in Zukunft alle von einer sicheren Altersvorsorge profitieren können.

Anna-Sophia Spieler, Luzern, Vorstandsmitglied Jungfreisinnige Kanton Luzern