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Nischengewerbe sucht man gezielt auf

«Ein Springbrunnen für den Postplatz», Ausgabe vom 25. August

Der Grosse Gemeinderat der Stadt Zug (GGR) entscheidet Ende September über den Kredit für die Umgestaltung des Postplatzes. Das Volk entschied 2008, dass 60 oberirdische Parkplätze mit der Eröffnung des 100 öffentliche Parkplätze zählenden neuen Parkhauses aufgehoben werden. Der Kredit für die Umgestaltung könnte nicht gesprochen werden, weil die bürgerliche Mehrheit und der Gewerbeverein von der Aufhebung der Parkplätze auf dem unteren Postplatz nichts mehr wissen wollen. Sie prophezeien trotz mehr Parkplätzen Kundenverluste für die Altstadtgeschäfte. Die vielen motorisierten Kunden in Metalli, Neustadt oder Bundesplatz können kaum oberirdische Parkplätze nutzen. Sie parken im Parkhaus. Wichtiger ist das umfassende Einkaufsangebot.

Die Nischengewerbe in Altstadt–Neugasse-Postplatz sucht man gezielt auf oder flaniert zufällig vorbei. Das ist nicht an die Art der Parkplätze gebunden. Oder können Sie sich vorstellen, dereinst nicht in die Altstadt zu gehen, obwohl dort mehr Parkplätze zur Verfügung stehen als heute, nur weil sie unterirdisch sind? Ist es nicht die mangelnde Anziehungskraft des dortigen Gewerbes bzw. Branchenmixes, weshalb Sie anderswo einkaufen?

Der GGR entscheidet zwischen Maximierung von Parkflächen und verbessertem städtischem Ambiente, Raum für Begegnungen, Märkten, Kultur, Aussenleben, Innovation. Ober- oder unterirdisch Parken ist für die Kundschaft irrelevant, für die Attraktivität der Innenstadt aber entscheidend. Beispiel Hirschenplatz: Seit der Aufhebung der Parkplätze entstand eine kleine Oase. Restaurants nutzen im Sommer den Aussenraum. Das bringt sicher mehr Kundschaft. Das schon damals herbeibeschworene Lädelisterben fand nicht statt.

Wer kennt eine Stadt, in der man nach innerstädtischen Verkehrsbefreiungen, wieder zum Ursprungszustand zurück möchte? In Zug soll die bestehende Situation zementiert werden. Parkplätze sollen es richten. Wie armselig, wie kurzsichtig! Der Volkswille sei zu akzeptieren, steht in der jüngsten Postille der SVP. Mit dem Nein zum Stadttunnel herrsche eh der Verkehr in der Innenstadt. Die zwei Vorhaben seien miteinander verkoppelt. Es sei zu überlegen, ob der Volksentscheid Sinn mache. Auf dem unteren Postplatz sollen Parkplätze erhalten bleiben. Kaum zu glauben: Die lautesten Verfechter des vielbeschworenen Volkswillens relativieren diesen. Das ist unglaubwürdiger politischer (Parkplatz-)Opportunismus. Oberirdische Parkplätze aufheben hiess der Entscheid. Schlicht und eindeutig. Was gibt es da zu überlegen? Legitim gewesen wäre eine Volksinitiative. Aber dafür hat die Parkplatzlobby schon zu viel Zeit verstreichen lassen. Jetzt öffnet bald das Parkhaus, und es gilt, den Volkswillen umzusetzen, den Platz der Bevölkerung zuliebe ansprechend neu zu gestalten. Alles andere wäre skandalös. Es wird sich bald zeigen, in welche Richtung sich der Postplatz, ja die Stadt Zug entwickeln soll und wie es mit dem Willen der städtischen Legislative steht, Volksentscheide zu akzeptieren und umzusetzen.

Daniel Mülli, Zug

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