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Leserdebatte

Reformierte Kirche:
Plädoyers für Volkswahl

«Gegner der Volkswahl im Kreuzfeuer», Ausgabe vom 2. November

Die Synode des Kantons Luzern hat Ende Mai beschlossen, die Volkswahl der reformierten Pfarrerinnen und Pfarrer abzuschaffen und sie nach einheitlichem Personalrecht einzustellen. Damit trägt sie ein traditionsreiches Recht zu Grabe und leistet einen weiteren, nicht unerheblichen Beitrag zur Privatisierung des Glaubens und zum Verschwinden der Kirche aus der öffentlichen Wahrnehmung. Dagegen finde ich es wichtig, dass alle Stimmberechtigten einer Kirchgemeinde die Möglichkeit haben, zur Wahl einer Pfarrerin, eines Pfarrers, ihre Stimme abzugeben. Es ist dies das Recht, das sämtliche Schweizer Reformierten Kantonalkirchen ihren Mitgliedern zugestehen, und um das viele Katholiken uns Reformierte beneiden, weil sie gerne selbst bestimmen würden, wer ihr Pfarrer sein soll. Selber denken – selber wählen: Nein zum Personalgesetz!

Hans-Ulrich Steinemann, Luzern,
1989 bis 2011 Pfarrer Matthäuskirche Luzern


Herr Schmassmann sagt, er kenne keinen Pfarrer, der sich einer «Kampfwahl» stellen würde. Ich bin Pfarrer im Kanton Luzern und habe mich bereits zweimal in meinem Berufsleben einer Wahl gestellt. Dabei hatten die Bewerber an drei Sonntagen hintereinander einen Gottesdienst zu gestalten. Dreimal waren die Kirchen bis auf den letzten Platz besetzt – eine gute Erfahrung für die Gemeinden. Auch die Pfarrwahlen im Aargau haben eine deutlich bessere Beteiligung als in der Regel eine Luzerner Kirchgemeindeversammlung. In meinem Fall mussten die Kandidaten und Kandidatinnen in eine für alle offene Fragestunde. Meine Mitbewerber kannte ich nicht, Wahlkampf war selbstverständlich untersagt; insofern ist das Wort «Kampfwahl» deplatziert. Es ist richtig, dass es in der jungen Kantonalkirche Luzern ein Demokratiedefizit bei der Auswahl der Pfarrpersonen gibt. Die Frage ist aber, ob dann noch weniger Demokratie in der Kirche die richtige Lösung ist. Schmassmann erweckt durch seine Formulierung den Eindruck, als sei die Durchführung einer Wahl abhängig von den Pfarrpersonen. Das ist aber Sache der Kirchenvorstände, und hier brauchen sie in der Tat Ermutigung. Ein Blick über den Tellerrand der eigenen Landeskirche kann hier Abhilfe schaffen.

Christoph Thiel, Pfarrer, Hochdorf

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