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Platz auch für negative Aspekte

«Unwohlsein ignoriert», Ausgabe vom 13. Juli

Arthur Zwyssig schrieb am 13. Juli, er werde zu einem Wutbürger. Er nimmt damit Bezug auf einen Bericht des Seco vom 4. Juli. Es wird behauptet, wir hätten dank der Zuwanderung eine äusserst günstige Wirtschaftsentwicklung und ein kräftiges Beschäf­tigungswachstum erlebt.

Das entspricht nicht den Tatsachen. In den 15 Jahren seit Inkrafttreten der Personenfreizügigkeit hat nämlich die nominelle Arbeitsproduktivität nur um 0,8 Prozent pro Kopf im Durchschnitt zugenommen. Damit liegen wir hinter vielen westeuropäischen Staaten an 12. Stelle weltweit. Es ist damit zu erklären, dass viele der Zu­gewanderten in wertschöpfungsschwachen Wirtschaftszweigen wie der öffentlichen Verwaltung, dem Gesundheits- und Sozialwesen, dem Schul­wesen (Studenten) oder mit dem Familiennachzug an unse­rem grosszügigen Sozialstaat teilhaben.

Herr Zwyssig weist mit Recht auf das Unwohlsein unserer Bürger hin. Von verstopften Strassen, überfüllten Zügen, exorbitanten Grundstück- und Immobilienpreisen war schon oft die Rede. Dass damit eine massive Verschlechterung unserer Lebensqualität verbunden ist, wird verschwiegen. Die Zuwanderung hoch qualifizierter Arbeitskräfte wird vor allem von den in der Schweiz tätigen internationalen Konzernen wie Google, Apple, Microsoft, Rohstoffkonzernen usw. absorbiert. Dringend benötigte, gut ausgebildete Berufsleute sind es deshalb nicht, weil es in den Herkunftsstaaten diese Ausbildungen gar nicht gibt. Die Zu­wanderung aus Ost- und Südstaaten ist seit der Personenfreizügigkeit besonders ausgeprägt. Darin sind selbstverständlich die über 100000 Wirtschaftsflüchtlinge nicht eingeschlossen. Kommen aus diesen Ländern die so dringend benötigten Fachleute? Die monatlich er­scheinenden Arbeitslosenstatistiken sind genauso irreführend wie so manche andern amtlichen Statistiken. Es sollen per Ende Juni in der Schweiz 133 600 Menschen arbeitslos gewesen sein. Davon sind 54,6 Prozent Schweizer und 45,4 Prozent Ausländer. Die Arbeitslosenquote beträgt bei den Schweizern 2,2 Prozent, bei den Ausländern 5,2 Prozent. Das sind aber nur jene, die Arbeitslosenunterstützung kriegen. Insgesamt aber waren 197 000 Stellensuchende gemeldet, und dazu kommen noch jene, die die Suche nach einer Arbeit auf­gegeben haben, deren Zahl auch noch um die 50 000 sein dürfte. Dass der von Bundesrat und Parlament abgesegnete Inländervorrang light nicht funktioniert, zeigen folgende Zahlen: Beim Servicepersonal waren Ende 2016 5415 Personen oder 10,5 Prozent arbeitslos gemeldet bei 9008 Zugewanderten, beim Reinigungspersonal 891 Arbeitslose oder 17,9 Prozent bei 1500 Zugewanderten und im Bauhauptgewerbe 3190 Ar­beitslose oder 18 Prozent bei 6045 Zugewanderten. Die Zahlen sind den Publikationen des BFS (Bundesamt für Statistik) entnommen.

Es ist an der Zeit, dass das Schweizervolk von unseren Behörden objektiv und ehrlich informiert wird und auch negative Aspekte ihren Eingang in die Berichterstattung finden.

Erich Züllig, Baar

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