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Leserbrief

Positive Stimmen über die Pflege im Heim

Zum Leserbrief «Betagtenheime: Für Körperpflege, Nagelpflege und Rasur bleibt keine Zeit», Ausgabe vom 22. August

Rosa Aebischer schreibt, «Personalengpässe in Betagtenzentren wie zurzeit bei der Viva Luzern AG sind keine Seltenheit. Patienten und Bewohner können nicht so versorgt werden, wie es sich gehört.» Als Angehöriger und Pflegefachmann HF seit dreissig Jahren nehme ich gerne Stellung. Ich habe selbst in der Viva Luzern AG gearbeitet. Mein Vater lebt seit drei Jahren in einem Betagtenzentrum Viva Luzern AG. Es befremdet mich sehr, wie pauschal die Leserbriefschreiberin sämtliche Betagtenzentren abqualifiziert. Ja, noch mehr, sie untergräbt die Arbeit in unserem Berufsstand. Sie leistet damit keinen Beitrag zum Wohl der Bewohnerinnen und Bewohner.

Im Gegenteil, sie verunsichert damit Angehörige und macht ganz einfach nur «Stimmung»! Wenn sie vielleicht einmal in der Geschäftsleitung Einsitz nehmen würde, um sich die Augen öffnen zu lassen. Mitarbeiter führen und begleiten ist heute kein «Honigschlecken». Es ist Tatsache, dass bei Pflegenden die Arbeit in Betagtenzentren nicht zuoberst auf der Hitliste stehen. Einerseits hat man dort weniger Lohn als im Akutbereich. Körperlich und psychisch ist man oft auch mehr gefordert. Lernende in der Pflege verfolgen mit viel Interesse und Motivation den Einstieg im Pflegeberuf. Sie brauchen positive Vorbilder, damit ihnen der Beruf nicht zum Albtraum wird. Gleichzeitig prägen so viel Kreativität, Spontanität und starke Beziehungen diesen Beruf – und ein sehr abwechslungsreicher Alltag. Es braucht innovatives Pflegefachpersonal, welches die Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner wahrnehmen darf und sich am Wohl der Bewohnerinnen und Bewohner orientiert.

Ueli Stirnimann, Luzern


Krankheitsausfälle gibt es in jedem Beruf, unzufriedene Mitarbeiter auch. Es gibt auch nicht lösungsorientierte Pflegefachleute, die glauben, mit «meckern» irgendwem einen Dienst zu erweisen. Ich wünsche mir als Pflegefachmann, dass meine vielen Kolleginnen und Kollegen, die das Gefühl, berufen zu sein, im Beruf nicht verloren haben und sich täglich freuen auf die spannende, herausfordernde und kreative Arbeit in der Pflege. Man muss Menschen mögen, um in der Pflege arbeiten zu können! Das gilt auch für die Geschäftsleitungen.

Die Berichterstattung in den letzten Wochen war meiner Meinung nach wenig differenziert. Die Berichte decken sich nicht mit dem Bild, das ich von Viva Luzern habe. Meine Frau ist seit mehr als zwei Jahren im Viva Luzern Wesemlin. Ich besuche sie täglich und verbringe im Schnitt zwei Stunden im Betagtenzentrum. Ich bin sehr zufrieden mit der Pflege und Betreuung. Ich erlebe den Umgang der Pflegenden mit meiner Frau als liebevoll und kompetent.

Zudem schätze ich das Umfeld mit den zahlreichen Aktivitäten wie Ländlerbeiz, «Herbschtmärt», Singen und Gestalten wie auch den Bewohnerausflug. Als Angehöriger werde ich auch mit einbezogen, wenn ich das will. Ich bin selbstverständlich ein Teil der Gemeinschaft. Ich habe durchwegs das Gefühl, dass es meiner Frau wohl ist und weiss sie in guten Händen. Ich sehe aber auch die Herausforderungen, vor denen das Personal täglich steht. Sie sind verschiedenen Ansprüchen seitens der Bewohner wie auch Angehöriger ausgesetzt und müssen damit auch umgehen können. Das ist nicht immer einfach. Trotz dieser Herausforderungen sind sie sehr bemüht.

Dabei stellt sich mir die Frage, ob die Politiker bei all den Entscheidungen, die sie treffen und Vorschriften, die sie machen, den Menschen als oberste Priorität ansehen. Ich bezweifle das. Überall wird gekürzt und gespart – und gleichzeitig gibt es Branchen mit horrenden Salären. Als logische Konsequenz verliert der Pflegeberuf an Attraktivität.

Ich wünsche mir, dass alle an einem Strick ziehen, mehr miteinander reden. Und es ist Pflicht, dem Personal Sorge zu tragen. Die Pflegenden leisten einen sehr wertvollen Job. Zudem wäre es schön, wenn die Politik sich auch zu dementen Menschen – von denen es immer mehr gibt – mehr Gedanken machen würde.

Karl-Georg Femmer, Luzern

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