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Leserbrief

Postauto-Affäre: Warum so lange niemand etwas merkte

«Post probiert den Befreiungsschlag», Ausgabe vom 12. Juni

Dass dieser Skandal den Verwaltungsratspräsidenten Schwaller so erschüttert, erstaunt mich. 200000 Buchungsposten sollen falsch eingetragen worden sein. Dies von professionellen Buchhaltern, die alle eine gute Ausbildung genossen haben. Wie im Bericht angetönt, haben da ganz sicher schon lange diverse Warnlichter geleuchtet.

Aber man höre sich einmal im Freundeskreis um, wenn über Fehlverhalten in Firmen diskutiert wird. Man meldet sich bei Vorgesetzten, bei Verwaltungsräten, manchmal sogar bei Regierungsmitgliedern. Vielmals werden diese Warner dann gemobbt.

Geben sie Informationen nach aussen, droht ganz klar die Kündigung. Wir kennen diverse Beispiele, wie solche Mitarbeiter mit Schimpf und Schande eingedeckt werden. Obwohl vorher diverse Meldungen gemäss den vielen Mobbing- und Bossing-Beratern richtig platziert wurden. Für Mitarbeiter vielmals ein grenzenloser und lang dauernder Frust. Sie haben nur zwei Möglichkeiten: Warten, bis das Fuder überladen ist oder die Stelle kündigen.

Aber die Buchhaltungen werden doch jährlich von Profi-Revisoren geprüft. Bis ein schöner Revisorenbericht steht, kostet das die Unternehmungen eine schöne Stange Geld. Was sollen nun Bürger und Aktionäre von den Revisorenberichten halten, wenn in diesem Fall 200000 falsche Buchungen nicht bemerkt wurden?

Gibt es das nur bei der Post oder auch bei einigen Schweizer Banken? Die Gedanken sind sehr frei.

Ich würde den Verwaltungsräten und den Kaderleuten raten, sich vermehrt für die Mitarbeiter an der Front zu interessieren. Sie wären erstaunt über das, was diese alles zu erzählen haben. Viele Führungsleute meinen heute, sie könnten ihre Firma oder Abteilung nur aus den schönen Büros heraus leiten. Es muss ja keine Dauerpräsenz sein. Aber wenn Mitarbeiter klagen, dass Kaderleute nach einem Jahr immer noch nie in ihrer Abteilung aufgetaucht seien, dann hat nicht nur die Firma, sondern auch der Manager ein Problem. Zufriedene Mitarbeiter bringen meistens gute, auch neue Ideen. Und sie kosten meistens einiges weniger als externe Berater.

Hans Lang, Retschwil

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