Pro-Komitee verkennt Fakten

«Pro-Komitee mit breiter Rückendeckung», Ausgabe vom 19. Oktober
Albert Gabriel, Co-Präsident Ig Massvolle Flugplatzentwicklung Nidwalden, Ennetbürgen

Das Stimmvolk wird jetzt (schon) das Fürchten gelehrt. Ohne das 10-Millionen-Engagement und die damit verbundenen jahrelangen Verluste sei nichts mehr verlässlich. Sogar das Pilatus-Management könne in ein paar Jahren für den Kanton unberechenbar werden. Darum brauche es eine kantonal finanzierte Mitbestimmung. Veranstaltungen wie Hill Jam verschwinden, und die Segelfluggruppe bleibt am Boden.

Das Schüren dumpfer Ängste ist Abstimmungskampf, damit müssen wir leben. Wir anerkennen die wirtschaftliche Wichtigkeit des Flugplatzes als Standortfaktor und Garant qualifizierter Arbeitsplätze, die so geschaffene Wertschöpfung und damit hohe volkswirtschaftliche Bedeutung. Das sehen wir, wie wohl die meisten im Kanton, genauso. Dass die Regierung mitbestimmen soll, ja mitbestimmen muss, ist völlig klar. Entscheidend ist die Frage, wie und mit welchen Risiken.

Bereits die landrätliche Finanzkommission hatte in ihrem Bericht zur Debatte darauf hingewiesen, dass Investitionen und Betrieb zu trennen seien. Die Kommission hatte den Kredit auch klar abgelehnt. Ein Vorschlag verschiedener Landräte, die gleiche, ja sogar bessere Mitbestimmung auf Basis von Rechten an Pisten, Rollwegen und Tower sicherzustellen, wurde nicht mehr zur Diskussion zugelassen. Die Absicht unserer IG, diesen Antrag dem Volk als Gegenantrag zur Auswahl zu stellen, wurde danach schlichtweg verhindert.

Was uns beunruhigt, ist die Tatsache, dass nun gestandene Unternehmer einen unverschämten Griff in die Staatskasse propagieren. Dies im vollen Wissen, dass der Businessplan nie eine schwarze Null hergibt. Dies auch im Wissen, dass der Regierungsrat als zukünftige Verwaltungsräte der Flugplatzbetreiberin seine Unabhängigkeit als Bewilligungs- und Beschwerdeinstanz verliert, und im Wissen, dass es eben bessere Lösungen gibt!

Unsere Mission besteht darin, die Stimmbevölkerung über ein komplexes und umfassendes Thema möglichst gut zu informieren. Wir zeigen auf, dass es sehr wohl Lösungen gibt, welche die Einflussnahme des Kantons wie gewünscht sichern. Alles aber ohne gekünsteltes Unternehmertum des Staates. Ohne ein Businessmodell, welches schnellstmöglich die Flugbewegungen zur Erzielung von Start- und Landegebühren mit ausserkantonalen Dritten verdoppeln muss. Wir zeigen auf, wie Nidwalden massvoll und nachhaltig mit der Entwicklung beim Flugplatz umgehen kann.

Bei unser Lösung geht also weder der Flugplatz für die Pilatus bachab noch bleibt die Segelfluggruppe am Boden. Beides ist nämlich längst auf anderem Weg gesichert.

Albert Gabriel, Co-Präsident IG massvolle Flugplatzentwicklung Nidwalden, Ennetbürgen

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