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«Purer Egoismus und überhebliches Eigeninteresse»

Zu den Wahlen in Nidwalden vom 4. März.
Rolf Müller, Ennetmoos

Leserbriefe

In Inseraten macht die SVP Nidwalden im Moment kräftig Wahlreklame. In einem der Inserate mit dem Titel «Der nationale Finanzausgleich macht uns kaputt» ist folgendes zu lesen: «Erfolgreiche Kantone dürfen nicht bestraft werden. Wir fordern, dass sich Kantone wie Bern anstrengen und nicht mit fremdem Geld ein bequemes Leben führen.» Es ist anzunehmen, dass Nidwalden gemäss SVP zu den «erfolgreichen Kantonen» gehört. Wir Nidwaldner wissen sehr wohl, wem wir die niedrige Steuerbelastung und den angenehmen Wohlstand zu verdanken haben und deshalb erfolgreicher sind als andere Kantone. Zugezogenen Reichen und Hochvermögenden sei Dank. Also können doch auch wir dank «fremdem Geld» ein bequemes Leben führen, ohne uns zu sehr anzustrengen? Eine Situation, von welcher gemäss SVP-Sprache «nicht erfolgreiche Kantone wie Bern» eben nicht profitieren.

Wir sind ein kleiner Kanton mit elf Gemeinden und 42000 Einwohnern auf 276 Quadratkilometern. Bern hat 350 Gemeinden und über 1 Million Einwohner auf 6000 Quadratkilometern. Das ergibt riesige Unterschiede bei der Bevölkerungsstruktur. Das ist bezüglich Logistik und im Umgang mit Anliegen und Bedürfnissen der Bevölkerung sowie bei sozialen Fragen eine finanzielle Herausforderung für einen mehrsprachigen und grossen Kanton wie Bern. Hier einfach zu fordern, «sich mehr anzustrengen», zeugt von purem Egoismus und überheblichem Eigeninteresse. Denn gerade deshalb benötigt es den nationalen Finanzausgleich. Für keinen Kanton und für keinen Menschen ist Abhängigkeit und sind Finanzsorgen angenehm! Es ist nicht fair, über Menschen zu urteilen, die «dem Staat auf der Tasche liegen».

Wer laut SVP in einem anderen Inserat von «der Allgemeinheit lebt und Ende Monat besser dasteht als jemand, der arbeiten geht», kann nicht dafür verantwortlich gemacht werden. Wer wegen einer Notsituation nur mit klar geregelter und begrenzter öffentlicher Unterstützung überleben kann, macht keine grossen Sprünge. Weshalb steht dann jemand weniger besser da, wenn er arbeitet, als jemand, der nicht arbeitet? Sind die Löhne für alle Arbeitnehmer wirklich genügend für den Lebensunterhalt? Also bitte etwas mehr Solidarität und nicht nur «Sorg ha zu Nidwaldä», sondern auch «Sorg ha zur Schweiz». Nicht immer gegen alles, besser für alle!

Rolf Müller, Ennetmoos

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