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Leserbrief

Reiden: Weshalb die Opposition notgedrungen weitergeht

Zur «Chefsache»: «Reiden ist überall», Ausgabe 26. Mai

Chefredaktor Jérôme Martinu ist beizupflichten. Er empfiehlt der Reider Exekutive und den Dorfparteien, die IG Reiden endlich als relevante politische Kraft im Dorf anzuerkennen. Ihre Stimmkraft ist zwar minim, doch sie ist Sprachrohr vieler, die sich ebenfalls über die Verschwendung von Steuergeldern ärgern, aber die Faust im Sack machen.

Die IG als destruktiven Störenfried anzuprangern, ist eine Ohrfeige an all diese Bürger. 2016 ergriff Gemeindepräsident Beat Steinmann die Chance, aus den Schützengräben zu kommen. Er war Argumenten zugänglich und entschied analytisch. Doch angesichts des Ausmasses des ererbten Schlamassels, darunter die absurde Reduktion der Gemeinderatspensen, gab er bald auf. Kurz keimte nochmals Hoffnung auf, dass der neue Gemeindepräsident Kunz es mit der Anhörung der Opposition ernst meine. Das Resultat? Kosmetische Retuschen an einem überzogenen Schulhausprojekt. Also geht die Opposition notgedrungen weiter. Im Gegenzug werden die Vertreter der IG in die Ecke gestellt. Unter diesen Umständen das Kollegialitätsprinzip zu monieren, ist ein Witz. Die IG Reiden ist bloss das Symptom einer tief greifenden Entfremdung zwischen den Behörden und vielen Steuerzahlern, die die alten Seilschaften satt haben. Finanzielle Gesundung tut not.

Wir sind nicht Saboteure, sondern zeigen argumentativ, wie sich Vorhaben kosteneffizienter umsetzen lassen. Als vielfach gebrannte Kinder mögen wir kategorische Zweifler sein. Aber ist es Besserwisserei, mittels behördlicher Zahlen zu belegen, wie miserabel ein Grossprojekt begründet ist? Ist Reiden tatsächlich überall? Gibt es nicht viele umsichtiger geführte Gemeinden? Herr Martinu hat recht: Wenn Behörden den Machterhalt höher gewichten als das Gemeinwohl, werden zielführende Kompromisse verunmöglicht. Dann wird Widerstand zur Notwehr. Die Fakten sprechen eine klare Sprache. Reiden wurde über viele Jahre hinweg in die Sackgasse gefahren. Es ist höchste Zeit, auf die Passagiere zu hören, die das Schild bemerkt haben.

Peter Kistler, Richenthal

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