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Salle Modulable und die Transparenz

«Herber Rückschlag für die ‹Salle›», Ausgabe vom 30. August

Warum werden die Bürger, die Öffentlichkeit, die Parlamentarier in dieser für Luzern so wichtigen Frage durch falsch interpretierte oder sogar unwahre Informationen dermassen verunsichert?

Einige Fakten müssen klargestellt werden: 1. Zum ablehnenden Entscheid der vorberatenden Kommission wird Helene Meyer-Jenni zitiert. Sie sagt, es gehe nicht um 8 Millionen Franken, sondern um 161 Millionen. Dies ist zweimal unrichtig. Bei der kommenden Abstimmung im Kantonsrat und im Grossen Stadtrat geht es wirklich und faktisch nur um den Projektierungskredit von 8 Millionen für den Kanton.

Die zweite unrichtige Aussage betrifft die 161 Millionen. Hier wird ausgeblendet, dass die Investition in Wirklichkeit «nur» 73 Millionen Franken beträgt, weil ja – allerdings nur für die neue Theaterlösung – die 80 Millionen von Herrn Engelhorn abgezogen werden können. Ausserdem kann darüber diskutiert werden, ob das Baurecht des Kantons als Investition (20 Millionen Franken) zu betrachten ist oder nur der Baurechtszins gerechnet werden müsste. Zudem kann mit einer zusätzlichen Reduktion durch private Spendengelder (geschätzte 35 Millionen) wie beim KKL gerechnet werden.

2. Die ganze Inseli-Diskussion lässt die Wogen hochgehen. Nirgends wird explizit dargestellt, dass das bisherige Grundstück von rund 5900 m2 nur um ganze 300 m2 (!) auf 5600 m2 reduziert wird. Dies dank dem Einbezug des bisherigen Carparkplatzes. Dadurch kann eine für Luzern attraktive und mit dem Vorgelände des KKL verbundene äusserst schöne Park- und Begegnungszone gestaltet werden. Das «neue» Inseli wird wesentlich schöner, die Buvette und der Wurststand werden ihren Platz haben und die Luzerner mehr noch als bisher diese Oase besuchen wollen.

3. Es wird immer wieder verschwiegen, wie wenig zukunftsträchtig das heutige Theaterhaus aufgrund der schlechten und total veralteten Bausubstanz und Infrastruktur ist. Bereits in wenigen Jahren wird uns Luzerner dieses Haus wesentlich mehr kosten als das neu geplante Theaterhaus am Inseli, vor allem auch, weil dannzumal die 80 Engelhorn-Millionen und die privaten Spender fehlen werden.

Luzern braucht nicht ein Mega-Projekt, aber ein neues zukunftsträchtiges Haus, das verschiedensten Nutzern offen steht – eben modulable ist. Alle anderen Behauptungen und Begründungen sind für unsere schöne Stadt Luzern, unser Kulturleben und die nötige Förderung eines qualitativen Tourismus wenig zielführend.

Kurt Sidler, Luzern

Sogar Mister KKL, Thomas Held, spricht in einem Interview auf zentralplus.ch von einem «quasi erpresserischen Programm» des Trusts und über die finanzpolitische Notwendigkeit, die Salle Modulable auf dem Inseli zu verkleinern. Wenn der Trust seine erpresserischen Konditionen, die öffentlich nur teilweise bekannt sind, nicht aufgibt und eine echte, transparente Public Private Partnership praktiziert, dann bedeutet das schlicht und einfach, dass er gar nicht zahlen will.

Zudem fehlt das finanzielle Engagement der potenten Privaten. Sie leiden offenbar auch am dekadenten Geiz-ist-geil-Syndrom. Frau Alice Bucher hat vor rund 20 Jahren allein eine Million für den KKL-Projektkredit gesponsert. Wo sind potente Kulturbürger heute? Gibt es sie überhaupt noch? Herr Jost Schumacher hat mit seinem Crowdfunding bis heute mickrige 185 Tausenderli gesammelt – kein Tatbeweis für die Bereitschaft zum Kultursponsoring der grössten Tiefsteuerprofiteure.

Beat Stocker, Luzern

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