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Salle Modulable – zu den Kosten und zum Standort

Zu den Leserbriefen «Hat Herr Engelhorn Luzern einen Bärendienst er­wiesen?», Ausgabe vom 21. Juli

Danke den Herren Koch und Lange für ihre Meinungen zum unsäglichen Projekt Salle Modulable auf dem Inseli. Jeder Satz kann unterschrieben werden. Man sieht wieder einmal, wie abge­hoben Politiker, Anwälte und Bankiers gegenüber einfachen Bürgern denken. Aber auch wir können denken. Das Inseli als Tummelfeld aller Bevölkerungsschichten, gut durchmischt, darf niemals von einer solchen Moloch-Festung überbaut werden. Die budgetierten jährlichen Betriebskosten sind eine Frechheit, wenn man die finanzielle Lage der Stadt und des Kantons etwas kennt. Das Ganze ist also zwei Nummern zu gross.

Luzern muss sich nicht mit andern Städten vergleichen, warum auch? Das Inseli soll so bleiben wie jetzt, eine kleine Oase mitten in der pulsierenden Stadt. Darum müssen wir kämpfen. Wieso mich das als Krienser so interessiert? Ganz einfach: Wenn dann die Kosten aus dem Ruder laufen, gibt es garantiert eine Steuererhöhung, nicht nur für die Stadtbürger, sondern auch für den ganzen Kanton.

Hansruedi Bruderer, Kriens

Im fett gedruckten Titel zu den Leserbriefen stellt diese Zeitung die Frage, ob Herr Engelhorn mit seiner Donation von noch 80 Millionen Franken für eine Salle Modulable der Stadt Luzern einen Bärendienst erweise. Die Befürworter seien realitätsfremd, hiess es in einem Leserbrief. Meine Antwort möge einer sachlichen Meinungsbildung dienen:

1. Kein Unternehmer würde in ein Produkt investieren, das weniger als 25 Prozent Selbstfinanzierungsgrad aufweist, schreibt Max Koch. So weit hat er Recht. Falsch liegt er mit seiner Frage, wie man sich vorstelle, 1200 Plätze besser füllen zu können als das Stadttheater, dessen Selbstfinanzierungsgrad bei rund 25 Prozent liegt. Die Idee der Salle Modulable ist ja gerade die Flexibilität. Sie wird Möglichkeiten bieten, auch für kleinere Aufführungen mit guter Akustik und guter Sicht genutzt zu werden, für Musik und Theater.

2. Jeder Unternehmer würde ein Produkt, das zu 75 Prozent quersubventioniert werden muss, umgestalten, sei es durch Verbesserung des Angebots oder durch Reduktion der Kosten. Genau deshalb braucht man jetzt die Zusage im Kantons- und Stadtparlament für happige Planungskredite. Dabei müssen die ebenfalls hohen Renovationskosten bei allfälligem Erhalt des heutigen Theaters miteinbezogen werden – was den derzeitigen Kreditantrag verteuert.

3. Jeder Unternehmer würde bei der Zuteilung seiner Ressourcen die Stärken und nicht die Schwächen ausbauen. Mit über 90 Prozent Selbstfinanzierungsgrad seit dem KKL-Neubau sind alle Luzerner stolz auf das Erreichte. Und genau das wollte Herr Engelhorn weiter stärken. Herr Engelhorn verdient deshalb Dank statt des dick geschriebenen Titels.

Eigentlich trägt jeder Parlamentarier im Kanton und der Stadt im September die gleiche Verantwortung wie jeder Verwaltungsrat in einer Firma. Sie müssen langfristig denken, was angesichts knapper Kassen schwierig ist. Eine Ablehnung des Planungskredits würde jedoch dem breiten Volk das Recht nehmen, nach Sparbemühungen in Kenntnis echter Bau- und Betriebskosten abzustimmen. Das «Was» und das «Wie» sind vertieft zu planen. Nur das «Wo» ist bereits vorgegeben.

Karl Reichmuth,

Privatbankier, Luzern

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