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Schwerer Abschied von einem wundervollen Stück Zug

«Meier-Kirschtorte hat neuen Eigentümer», Ausgabe vom 18. Januar

Als Zuger ist man sich ja gewohnt, dass ständig wieder irgendwo irgendein Stück lieb gewonnenes altes Zug abgerissen, gefällt, aufgegeben, umgestaltet oder überbaut wird zu Gunsten eines grossen, mondänen, rentablen und internationalen Zug. Die Nachricht vom nahenden Ende meines geliebten Cafés Meier traf mich aber mitten ins Herz. Ich besuchte mein Stammlokal in dieser letzten Zeit noch so oft es geht, wurde aber, je näher der 31. Januar rückte, immer melancholischer dabei. Nachdenklich nippte ich an der «Huus-Schoggi» und knabberte am unvergleichlichen Meier-Gipfeli und sah, dass viele andere Stammgäste es mir gleichtun. Mit dem Abschied vor Augen schätzt man noch viel mehr, was man hatte.

Seit meiner Matura, und das sind mehr als 20 Jahre, war das Café Meier meine Oase im Alltag, manchmal auch Kreativlabor. Viele musikalische Projekte wurden hier geboren und diskutiert. Vor dem Rauchverbot war es das einzige rauchfreie Café in Zug. Das Interieur versprühte einen ureigenen Charme und wurde nach einer Renovation mit heller Barock­tapete und anstelle des Klaviers mit einer lauschigen Sofa-Ecke versehen, dessen dunkelbrauner Sessel seither mein Lieblingsplatz war. Einkehren hier war Heimkehren. In der «Café-Kritik» der «Zuger Presse» lobte ich schon 2001 das freundliche Personal, die familiäre Atmosphäre und die fairen Preise: «Das Café Meier ist der letzte Mohikaner in Zug, wo der Kaf­fee crème für Fr. 3.30 auf Silbertablett serviert wird». Damit steht das Meier heute noch einsamer da, denn die inzwischen neu eröffneten Cafés in Zug verfallen leider alle den drei Versuchungen, um nicht zu sagen, Unsitten der Modernität: dunkel und schummrig, laute Musik und Selbstbedienung mit Plastik-Tabletts an der Theke.

Wenn mein letzter Mohikaner schliesst, stirbt ein wundervolles Stück Zuger Seele mit ihm. Ich und bestimmt viele andere Meier-Stammgäste wer­den untröstlich sein und hof­fen, möglichst viel Meier-Charme, sprich gelebte Kaffeehaus-Kultur und am liebsten auch die Gipfeli, Haus-Schokolade und Scones im Nachfolgerhaus wieder anzutreffen, sodass wir wenigstens ein bisschen neue alte Heimat finden können.

Manuela Hager, Zug

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