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Leserdebatte

Sexueller Missbrauch an Kindern: Was der Papst und die Kleriker ändern müssen

«Rücktrittsforderung an den Papst», Ausgabe vom 28. August

Die sexuellen Verirrungen von Klerikern in grossem Ausmass nennt Papst Franziskus Verbrechen, die niemals verjähren. Er werde diese mit Entschlossenheit und Null-Toleranz bekämpfen. Soweit, so gut. Doch der Verfasser des Artikels «Pontifex übt Selbstkritik» vom 22. August kritisiert daran, es handle sich bei diesen Aussagen nur um ein zögerliches Aufarbeiten der Skandale, weshalb sie nur Lippenbekenntnisse seien. So kommt der Autor zum Schluss, der Papst selber sei das Problem.

Das Problem ist gemäss Fachleuten grösstenteils der kirchliche Zwangszölibat für Kleriker. Das Problem könnte schon längst zum Teil gelöst sein, wenn man nur wollte oder gewollt hätte. Denn im Neuen Testament ist die Rede von Petrus und seiner Schwiegermutter, weshalb auch Papst Franziskus zur Schlussfolgerung kommen müsste, dass Petrus, der erste Papst, verheiratet war wie auch – so die Exegeten – die anderen Apostel, ausgenommen wahrscheinlich Paulus. Es steht auch nirgends geschrieben, Jesus hätte deren Verheiratung verurteilt.

Der heutige Papst wäre nun in der Lage, das Problem aus dem Weg zu räumen, indem er endlich den unmenschlichen Zwangszölibat abzuschaffen beliebte, so dass die katholischen Geistlichen so leben könnten wie die Apostel mit Jesus: ledig oder verheiratet nach freier Entscheidung und nicht nach kirchlichem Diktat.

Rodolfo Mengotti, Luzern


Man verrät die eigenen Ideale, beschwichtigt und verschleiert. Dies war jahrelang die «Antwort» der katholischen Kirche auf Enthüllungen rund um sexuelle Übergriffe ihrer «Würdenträger» an Kindern und Jugendlichen.

Eine doppelte Ohrfeige für die unschuldigen, minderjährigen Opfer. Der aktuelle Papst findet zu den immer neuen unappetitlichen Erkenntnissen zwar klarere Worte, allein die Taten fehlen weiterhin. Und diese Institution will den Menschen glaubwürdig den Weg weisen?

Mit welcher Rechtfertigung? Es ist eine Schande, wie die katholische Kirche mit ihren Verfehlungen umgeht. Nachdenklich stimmt mich, dass immer neue Enthüllungen zu sexuellen Übergriffen an Kindern beinahe zur akzeptierten Tagesordnung geworden sind. Und dies innerhalb einer Organisation, die für sich eine überdurchschnittliche Solidarität und Menschenliebe reklamiert.

Was ist die katholische Kirche bereit zu ändern? Wo sind all die katholischen Mitarbeiter, die aufrechte Bürger sind und sich tatsächlich tagtäglich und glaubwürdig für die Ideale der Organisation einsetzen. Es ist an der Zeit sich für eine Erneuerung der katholischen Kirche einzusetzen und den ewiggestrigen Konservativen klaren Wein einzuschenken. Sie müssen endlich ihre rückständigen Haltungen zur menschlichen Sexualität hinterfragen und eine konsequente Nulltoleranz gegenüber pädophilen Würdenträgern ausüben. Sonst verraten sie weiterhin die Ideale ihrer Organisation.

Pascal Merz, Sursee

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