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Sind Befürworter der Flugplatzvorlage im Blindflugmodus oder die Gegner nicht massvoll?

Zur Abstimmung vom 26. November in Nidwalden über den 10-Millionen-Kredit für den Flugplatz Buochs

Das Befürworter-Komitee behauptet locker, die Kantonsbeteiligung habe «keine Erhöhung der maximal zulässigen Flugbewegungen zur Folge». Und erwähnt dabei, dass 2017 angeblich 18100 Flugbewegungen erwartet werden. Restmenge zu künftig 20000 Bewegungen (je 10000 Starts und Landungen) angeblich noch 1900 Flugbewegungen.

An der Zunahme um 70 Prozent halten die Fluglärmgegner unabrückbar fest. Dabei berufen sie sich auf die Zahlen der Planberechnungen der betrieblichen Erträge und Kosten des Regierungsrats im Zusammenhang mit der Kapitalaufstockung der Airport Buochs AG (Abag) zuhanden des Landrats. Diese basieren auf dem Durchschnitt der Jahre 2013–2015 mit jährlich 11200 und dem Endzustand im Jahr 2031 mit 20000 Bewegungen. Rechne: Zunahme absolut plus 8800 oder plus 78,6 Prozent. Grosszügig abgerundet: Plus 70 Prozent.

Wenn die Befürworter der Finanzvorlage immer noch der Meinung sein sollten, es handle sich nicht um ein Plus von 70 Prozent, sind sie gut beraten, die Bewegungszahlen schwarz auf weiss in den Businessplänen des Regierungsrats nachzulesen und die blauäugigen Berechnungen doch noch auf die finanziellen Auswirkungen zu prüfen, statt wie bisher wegzuschauen.

Wetten, dass spätestens dann auch diese, derzeit noch im Blindflugmodus, zur Erkenntnis kommen, dass die Planberechnungen nie und nimmer aufgehen. Und künftig noch grössere Betriebsverluste der Abag resultieren werden als schon im Durchschnitt der vergangenen 15 Jahre mit nachweislich jährlich 156614 Franken Defizit, respektive dem für 2017 budgetierten Verlust von gar bereits 500000 Franken. Von den schon bisher versteckten Subventionen gar nicht zu sprechen.

Bei der Volksabstimmung geht es nicht um die Frage, ob man für den Flugplatz ist, wie eine Kampagne schlaumeierisch vorgaukelt. Es geht um die Frage des Wie. Ob der Kanton mit 50 Prozent Beteiligung für wenige private Flugfeldnutzer zu Lasten der Allgemeinheit 10 Millionen Steuergelder sofort einschiessen soll. Und ob er auf Jahre hinaus zementiert noch grössere Verlustbeiträge in die Flugfeldbetreiberin buttern soll. Und dies, obschon die Abag im Gegensatz zu Bahn, Bus oder Spital keinen Transport- oder Leistungsauftrag des Kantons und damit keinen Service-Public-Auftrag hat!

Das ordnungspolitische Motto der so genannt «Liberalen» ist daher ein Trauerspiel: Gewinne privatisieren und Verluste sozialisieren, sprich «verallgemeinern». So nicht.

Daher Nein zur 10 Millionen-Finanzspritze. Nein für eine bessere, gemässigte Lösung.

Paul Mazenauer, parteilos, Präsident Schutzverband der Bevölkerung um den Flugplatz Buochs (SBFB)

Der Abstimmungskampf für die Modernisierung des zivilen Flugplatzes Buochs ist entbrannt. Es wird mit allen Mitteln versucht, die Abstimmungsbotschaft zu bekämpfen. Das gegnerische Komitee nimmt es mit der Wahrheit nicht so genau. Ich weiss nicht, ob es Frust ist oder eine gezielte und gewollte Irreführung der Stimmberechtigten. Mit populistischen Schlagwörtern und Angstmacherei wird alles versucht, die Bevölkerung für die eigenen Interessen zu überzeugen.

Rührend sorgt man sich um die fast wehrlosen Bürgerinnen und Bürger der «Abnicker»-Gemeinde Buochs und die freiwillige Unterstützung, zwecks Förderung der Privatfliegerei, an den Kanton. Die Wolfenschiesser Bevölkerung schockt man mit einem Inserat, welches zum Inhalt hat, dass dann in ihrer Gemeinde die Kantonsgelder für viele kostspielige Aufgaben fehlen werden. Schlimm werde es die Gemeinde Ennetbürgen treffen, denn Grossraumflugzeuge und Helikopter aus aller Welt werden den Alltag der Bevölkerung erfreuen. Eine zusätzliche Belastung sei dann auch noch der neu kantonal geförderte Flugbetrieb von 6 bis 22 Uhr und das sieben Tage die Woche, sowie die Finanzierung russischer Privatflieger durch den Kanton. Es komme aber dann alles noch viel schlimmer, in den Bereichen Pflege, öffentlicher Verkehr, Bildung, Landwirtschaft, Infrastruktur, Erholungsraum, Sport, Jugend und Kultur würden dann diese Gelder fehlen.

Hier entsteht für mich der Eindruck, dass dies eher bewusste Abstimmungstaktik als ehrliche Fürsorge ist. Das gegnerische Komitee nennt sich IG massvolle Flugplatznutzung Nidwalden. Wünschenswert wäre es, wenn sie mit ihren Gegenargumenten auch «massvoll» umgehen würden.

Der Schutzverband widerspricht sich sogar in seinen Behauptungen. Einmal nehmen die Flugbewegungen um 70 Prozent und ein anderes Mal um 37 Prozent zu, dies immer ausgehend von 20000 Flugbewegungen. Dem Schutzverband muss noch gesagt werden, dass nicht nur Aktienkapital, sondern auch rückzahlbare Darlehen Risikokapital sind.

Zur Erinnerung: Der Kanton Nidwalden hat heute schon Beteiligungen von 126 Millionen Franken an Unternehmungen, und dies alles ohne gesetzliche Vorgaben. Im weiteren wurden Darlehen von 22 Millionen an verschiedene Schuldner gewährt. Das Argument, der Kanton hat nicht Unternehmer zu sein, ist somit haltlos. Ein Ja zum Flugplatz, ist eine Investition in die Zukunft.

Peter Waser, SVP-Landrat, Buochs

In verschiedenen Medien werden grossartig Zahlen zu den Flugbewegungen aufgeführt. Fakt ist, dass in der Abstimmungsbotschaft der Regierung steht, «Anzahl Flugbewegungen Ist: 11200». Und eine Steigerung auf 20000 ist nun mal eine Erhöhung von über 70 Prozent. Dass nun der Vertreter der Airport Buochs AG mitteilt, dass es bereits heute über 18000 Flugbewegungen seien, macht doch stutzig.

Geht es um das Thema Lärm, wird von den Befürwortern vermittelt, dass es «nur» noch eine 10-Prozent-Steigerung gäbe. Geht es um die Finanzierung von 10 Millionen Franken Steuergeldern, wird dann aber wieder mit anderen, tieferen Zahlen der Flugbewegungen operiert, denn sonst scheint es fast lächerlich, für angeblich nur noch 2000 Flugbewegungen insgesamt 20 Millionen zu investieren.

Die Pilatus hat schriftlich mitgeteilt, dass ihnen 10000 Flugbewegungen auch künftig reichen. Lassen wir doch die heutigen Nutzer weiterfliegen. Wir brauchen keinen Ausbau für Fremde. Auch zum Thema Entwertung von Liegenschaften wird «geschummelt». Wenn in den letzten Jahren die Preise stiegen, hat dies mit der aktuellen Markt- und Hypothekarzinssituation zu tun. Wenn Sie Ihre Liegenschaft schätzen lassen, wird Ihnen jeder Fachmann einen Abzug unter der Rubrik «Fluglärm» machen.

Cathrine Zimmermann, Gemeinderätin, Ennetbürgen

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