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Sind die WAB-Kurse unnötig, oder braucht es die Initiative der Jungen SVP Uri nicht?

Zur Initiative der Jungen SVP zur Abschaffung der Weiterausbildungskurse (WAB)

Der Führerschein auf Probe hat sich bewährt. Die Unfallzahlen aller Alterskategorien gehen zurück. Die BfU-Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 2011 wurden 82238 praktische Fahrprüfungen erfolgreich abgelegt. Multipliziert man diese Probeführerausweise mal die Kosten von etwa 700 Franken für die zwei obligatorischen Kurse, ergibt sich ein Gesamt­volumen von über 57 Millionen Franken, welche die oft jungen Bürger zusätzlich berappen müssen. Für Auszubildende ist das eine überdurchschnittlich hohe Belastung. Es ist nicht notwendig, Fahrschüler nach bestandener Prüfung nochmals zur Kasse zu bitten und die praktischen Weiterbildungskurse als obligatorisch zu erklären.

Die Fahrprüfung muss als Reifeprüfung für eine sichere Fahrt gelten. Die Tatsache, dass sich einzelne Neulenker fehlerhaft verhalten, darf nicht dazu führen, alle als potenziell gefährlich einzustufen und entsprechend zu kriminalisieren. Für Neulenker, die sich fehlerhaft verhalten, soll der Wiederholungskurs eine Chance sein, Bildungslücken zu schliessen und das Fahrverhalten zu korrigieren. Im Normalfall erhält dann jeder Neulenker ohne Verfehlung mit Ablauf der Probezeit automatisch den unbefristeten Führerausweis. Nutzen wir diese Chance und schaffen wir die WAB-Kurse ab.

Vivien Hofer, Altdorf

Ich unterstütze die JSVP-Initiative zur Abschaffung der obligatorischen Neulenkerkurse. Das heutige System, in dem alle Neulenker die zwei obligatorischen Kurse zu einem happigen Preis von zirka 700 Franken besuchen müssen, gilt es zu hinterfragen. Es kann nicht sein, dass alle Neulenker zu diesen Kursen gezwungen werden. Mehr Sinn würde es machen, nur noch diejenigen Neulenker aufzubieten, die während der ersten drei Jahre nach dem Führerausweiserwerb eine schwere Verkehrsregelverletzung begangen haben. Genau dieses Ziel hat die JSVP-Initiative. Mit einem Ja zur Initiative bringen wir das Thema wieder auf die Agenda der nationalen Politik, die dann entscheiden muss, ob allen Neulenkern weiterhin das Geld aus der Tasche gezogen werden soll.

Alois Arnold, SVP-Landrat, Bürglen

Im Dezember 2005 wurde in der Schweiz die Zweiphasenausbildung eingeführt. Nach bestandener Fahrprüfung erhalten die Fahrzeuglenkerinnen und Fahrzeuglenker den Führerschein auf Probe. Dies hat sich bewährt und soll in Zukunft auch nicht verändert werden. Während dieser Probezeit müssen derzeit zwei obligatorische sogenannte WAB-Kurse absolviert werden.

Acht Jahre später zog das Bundesamt für Strassen (Astra) in einer Medienmitteilung vom 23. November 2012 eine ernüchternde Bilanz: «Neu­lenkende lassen sich von der angedrohten Annullierung des Ausweises auf Probe positiv beeinflussen. Indessen können die Sicherheitseffekte der Weiterbildungskurse nicht im erwartbaren Ausmass nachgewiesen werden.» Eine signifikante Erhöhung der Verkehrs­sicherheit ist mit den WAB-­Kursen daher nicht erwiesen. Vielmehr würden die Kosten für die Fahrschülerinnen und Fahrschüler sowie der bürokratische Aufwand mit dieser Abschaffung gesenkt.

Mit der Standesinitiative der JSVP Uri sollen diese Kurse nur noch für diejenigen Neulenker obligatorisch sein, welche in der Probezeit eine schwere Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz begehen. Aus diesen Gründen stimme ich der Abschaffung dieser Kurse zu.

Elias Arnold, Altdorf

Kollektiv werden sämtliche Neulenker unter Generalverdacht gestellt. Die meisten Neulenker wissen sich anständig zu verhalten und sind darum nicht gefährlich. Sie lernen in den WAB-Kursen nicht viel Neues und sind von der Pflicht zu befreien. Verhält sich ein Neulenker aber falsch, muss er den Weiterausbildungskurs zwingend besuchen. Genau dies fordert die Standesinitiative der Jungen SVP Uri. Der Kurs ist dann für diejenigen eine ­Chance, Bildungs­lücken zu schliessen und das Fahrver­halten zu korrigieren.

Das heisst: Nur noch diejenigen sollen die Wiederholungskurse besuchen müssen, die ein Vergehen im Strassenverkehr begangen haben. Im Normalfall soll jeder Neulenker, der die Probezeit ohne Verfehlung meistert, den unbefristeten Führerausweis erhalten – die anderen absolvieren den Kurs.

Obwohl die Zentren, welche die Kurse anbieten, bestens ausgebildete Mitarbeiter haben, die sich Mühe geben, darf es nicht sein, dass diese Wiederholungskurse obligatorisch für alle Neulenker sind. Deshalb: Ja zur Abschaffung der WAB-Kurse.

Christian Arnold, Landrat, Seedorf

Am 21. Mai entscheiden die Urner über das Thema Standesinitiative der Jungen SVP. Das Ziel: Neulenkerkurse sollen nur noch für Neulenker obligatorisch sein, die in der Probezeit eine schwere Widerhandlung gegen das Strassenverkehrs­gesetz begangen haben.

Bei den Neulenkern ist das Unfallrisiko besonders hoch. Dies gilt vor allem für Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren. Jeder zweite Neulenker war in der Vergangenheit in einen Unfall verwickelt. Deshalb hat der Bund reagiert. Durch eine verbesserte Ausbildung werden insbesondere das Fahrverhalten und die Einstellungen der Neulenker positiv beeinflusst.

Im Rahmen der Neulenkerkurse erfahren die Jungen durch Fahrerlebnisse die Grenzen ihrer Fahrfähigkeiten, setzen sich mit Unfallrisiken auseinander und reflektieren ihre eigene Fahrweise. Ziel ist, dass Neulenker eine defensive und partnerschaftliche Fahrweise entwickeln und ihren Verkehrssinn weiter optimieren. Die Massnahmen wirken, das zeigen die Unfallstatistiken ganz klar. Eine Abschaffung würde ein zentrales Element aus der mehrstufigen Ausbildung bis zum Erlangen des definitiven Führerausweises herausbrechen. Die Zweiphasenausbildung stellt eine bedeutende Massnahme zur Reduktion der Zahl von Unfallopfern dar. Im Übrigen rennt die Initiative offene Türen ein. Im Rahmen des Programms Opera 3 werden vom Bundesamt für Strassen bereits Optimierungen in der Fahrausbildung in Aussicht gestellt. Schon 2014 hat das Bundesparlament Anpassungen bei den Neulenkerkursen angeregt. So soll in Zukunft der Ausbildungsteil auf einen Tag verkürzt werden. Im Fokus stehen Fahrübungen und die Unfallrisiken. Die Standesinitiative ist deshalb überflüssig und unnötig und wird in Bern keine Chance haben.

Das Ziel der WAB-Kurse ist es, Unfälle und Widerhandlungen präventiv zu vermeiden und nicht erst dann zu reagieren, wenn diese bereits geschehen sind. Deshalb werde ich der unnötigen Standesinitiative der Jungen SVP meinen Zuspruch verweigern und Nein stimmen.

Ludwig Loretz, Andermatt

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