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So innovativ sind altersdurchmischte Klassen gar nicht

«Der eingeschlagene Weg stimmt», Ausgabe vom 20. Dezember

Die Hünenberger Schulen erhielten den Schweizer Schulpreis. Dieser Preis wird laut Website der Trägerschaft vergeben für vorbildliche pädagogische Leistungen, wichtige Impulse für Schule und Unterricht und dafür, die Reformen für andere Schulen sichtbar zu machen. Was in Hünenberg ausgezeichnet wurde, ist das Altersdurchmischte Lernen (AdL) und der Weg dahin. Diese Unterrichtsentwicklung ist ein schönes Beispiel von schulreformatorischem Eifer und dessen publizitätswirksamer Verbreitung zur Autoprofilierung der Schulleitung, der Bildungsdirektion und letztlich des etablierten Schulentwicklungskomplexes Schweiz.

So sehr innovativ ist diese Unterrichtsform nämlich gar nicht, denn schon vor fünfzig und mehr Jahren wurde in Berggemeinden der Innerschweiz und Graubündens und in kleinen Gemeinden des Mittellandes in altersdurchmischten Klassen unterrichtet. Unterricht entwickeln sollte eigentlich heissen, dass im Laufe dieses Prozesses ein qualitativer Mehrwert entsteht und nicht vor allem ein Gefäss bildungspolitischer Phrasen. In Sachen pädagogischem Surplus sieht es nämlich mager aus.

Laut verschiedenen Studien entlässt diese Unterrichtsform die Schüler nicht besser als der konventionelle Unterricht. Einzig im Sozialverhalten der Kinder und Jugendlichen ist eine minimale Steigerung festzustellen. Allerdings im Bereich des Vernachlässigbaren. Seit 2012 läuft dieser Schulentwicklungsprozess an den Schulen von Hünenberg, und als Steuerzahler darf man sich fragen, ob menschliche Energie und finanzielle Mittel nicht besser hätten eingesetzt werden können.

Der Schweizer Schulpreis ist ein Projekt des Vereins Schweizer Schulpreis, und seine Mitglieder bestehen aus der Bildungsnomenklatura der Schweiz mit verschiedenen Rektoren der Pädagogischen Hochschulen und weiteren Erziehungswissenschaftlern und deren angehängten Politikern, die ihre Tonnenideologien generieren und anschliessend Schulen auszeichnen, die ihrer normierten Mainstream-Methodik folgen. Das ist etwa so, wie wenn die Pharmaindustrie den Ärzten Medikamente verkaufte und diejenigen Mediziner mit einem Preis auszeichnen würde, die anschliessend eben diese Pillen den Patienten verschrieben. Bleibt zu hoffen, dass immerhin die Lehrerinnen, so wie von Rektor Rolf Schmid erwähnt, mit der Reform zufrieden sind und dank ihr genügend Zeit finden, engagiert die Schüler zu fördern.

Ruedi Beglinger, Allenwinden

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