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Leserbrief

Sparpakete haben Bildungswesen geschadet

Zur Abstimmung über die Initiative «Für eine hohe Bildungsqualität» am 23. September im Kanton Luzern

23 Jahre war ich an der Sekundarschule tätig und habe dabei diverse Reformen und Systemänderungen miterlebt. Einige davon waren sinnvoll, sie steigerten die Durchlässigkeit und somit die Chancengleichheit.

Seit der Tiefsteuerstrategie wird aber schleichend Qualität abgebaut: So kam es zum Ersatz der Kleinklassen durch «Integrierte Förderung», obwohl man weiss, dass die dafür nötigen Heilpädagoginnen und -pädagogen fehlen. Im gleichen Zug wurde eine Lektion Werken weggespart. Die Klassengrössen wurden erhöht, obwohl man weiss, dass grundlegende Erziehung heute oft von der Schule geleistet werden muss.

Die Pflichtstunden für die Lehrpersonen wurden erhöht, obwohl man weiss, dass viele von ihnen am Anschlag sind. Nicht umsonst finden sich kaum noch solche, die volle Pensen leisten können.

Es kam zu einem Abbau der praktischen Fächer (Werken, Handarbeit, Hauswirtschaft), die in Halbklassen unterrichtet werden. Obwohl man weiss, dass Theorie ohne Praxis wirkungslos bleibt.

Wollen wir eine Volksschule, die kopflastig und elitär die theoretisch Begabten und die angepassten Musterschülerinnen und -schüler fördert, oder eine, die auch dem praktischen Lernen und den eigenwilligen Charakteren Raum gibt? Es braucht ein Ja, um weiteren Abbau zu verhindern!

Benno Affolter, pensionierter Werklehrer, Aesch


In seiner Stellungnahme zur Bildungsinitiative der «Luzerner Allianz für Lebensqualität» hält der Regierungsrat fest, dass der Kanton Luzern über eine hohe Qualität im Bildungsbereich verfüge.

Die Frage sei erlaubt: Wessen Verdienst ist das? Dafür verantwortlich ist meiner Ansicht nach die engagierte Lehrerschaft, die trotz Sparübungen und Abbaupolitik an unseren Schulen hervorragende Arbeit leistet.

Der Regierungsrat sagt weiter, dass bei der Ausgestaltung der Bildungsangebote und der Rahmenbedingungen für Lernende und Lehrende aber auch den finanziellen Möglichkeiten von Kanton und Gemeinden Rechnung zu tragen sei. Hier setzt die Initiative an.

Denn in den letzten Jahren haben Regierung und Kantonsrat genau das umgesetzt, indem sie laufend neue Sparpakete schnürten und dadurch der Bildung im Kanton Luzern grossen Schaden und ein angekratztes Image im Schweizer Bildungswesen zufügten.

Die Politik hat dabei einerseits neue Forderungen, wie die Harmonisierung der Lehrpläne, zugelassen, anderseits musste sie aber zusammen mit einem grossen Teil der Bevölkerung feststellen, dass die ambitionierte Luzerner Tiefsteuerstrategie nicht die erforderlichen Einnahmen für die entsprechende Umsetzung generierte. Als die Verantwortlichen einsahen, dass es eine Steuererhöhung braucht, war es zu spät. Das Volk machte nicht mehr mit.

Lehrerschaft, Eltern und Schüler dürfen erwarten, dass künftig im Bildungswesen wieder mehr Verlässlichkeit und Kontinuität einkehrt. Die Schule darf nicht weiter Spielball der Luzerner Finanzpolitik bleiben. Das will die Initiative erreichen und rechtzeitig die Weichen stellen.

Darum verdient sie die Unterstützung aller an guter Bildung Interessierten, also ein überzeugtes Ja für gute Schulen auch in der Zukunft. Dieses Ja auch aus der Optik eines pensionierten Lehrers, der den Wert der Verlässlichkeit und Kontinuität noch kannte und schätzte.

Robert Wey, Schenkon

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