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Sparübungen bei der Bildung sind eine kulturelle Blamage

«Sparübung zwingt Schüler zu Heimarbeit», Ausgabe vom 14. Oktober
Urs Willi, Luzern

Mir kommt es so vor, als ob immer mehr Meldungen uns erreichten, die man vor Jahren als schlechte Witze definiert hätte. Was mich besonders irritiert, ist die Tatsache, dass solche Absurditäten einfach so hingenommen werden. Dass in der Bildung gespart werden muss, ist eine kulturelle Blamage. Die Verantwortlichen müssten eigentlich aus Scham zurücktreten. Und dass «Zwangsferien» verordnet werden, in denen aus dem Nichts heraus «Selbstdisziplin» erwartet wird, grenzt an Sarkasmus. Wo wird denn heute noch «Selbstdisziplin» gelehrt und gelernt?! Und Ferien als «Zwang»? Gesunde Schüler lachen sich tot.

Dass niemand auf die Barrikaden geht – und ich rede hier nicht von netten Aktionen mit Flyer-Verteilen –, ist sehr betrüblich. Dass die Sache geplant war, weiss man schon lange. Statt den Lehrpersonen in die tägliche Schularbeit dreinzureden, könnte ich mir vorstellen, dass Eltern einmal auf den Tisch hauen, wenn diese Arbeit verordnet ausfällt!

Engagement scheint nicht mehr gefragt zu sein. Das gilt für Bildungsverantwortliche, für Eltern und für Lehrpersonen gleichermassen. Dass Schülerinnen und Schüler ihre Stimmen nicht für mehr Unterricht erheben, liegt vermutlich an diesem. Ich mache mich vermutlich unglaubhaft oder lächerlich, wenn ich die Frage aufwerfe, ob es denkbar wäre, dass engagierte und verantwortungsbewusste Lehrerinnen und Lehrer auch einmal ohne Gehalt fünf Tage jene Arbeit machen, der sie aus Überzeugung ihr Berufsleben widmen. In unzähligen Ländern werden Kinder ehrenamtlich unterrichtet.

Dass die Wähler unserer Kantons- und Regierungsräte solche Probleme vielleicht vor dem nächsten Urnengang lösen, scheint mir überlegenswert.

Urs Willi, Luzern

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