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Standpunkt der katholischen Kirche wirkt wie Hohn

«Auf dem Weg zur Müdigkeit im Glauben», Ausgabe vom 8. März

Es ist Edi Brugger hoch anzurechnen, dass er sich die Mühe nimmt, einen so guten und konkreten Kommentar auf den etwas abstrakten Artikel vom 3. März über den «streitbaren» Pfarrer Josef Hochstrasser zu verfassen. Dass er «das Grundsatzproblem der Religionen im 21. Jahrhundert, die Diskrepanz zwischen Glauben und Wissenschaften» so klar formuliert, weiss ich als Naturwissenschaftler sehr zu schätzen. Wenn man bedenkt, wie viel Leid der Menschheit in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten dank der medizinisch-biologischen Forschung (inkl. der modernen Fortpflanzungsmedizin) erspart geblieben ist, so kommt einem der Standpunkt der katholischen Kirche geradezu als Hohn vor.

Seit dem finsteren Mittelalter, Galilei lässt grüssen, besteht diese gewaltige – absichtliche oder unabsichtliche – Denkanomalie in der katholischen Führerschaft. Inwieweit dies die Masse des Volkes auch bemerkt hat, lässt sich wohl kaum abschätzen. Tatsache ist und bleibt jedenfalls, dass in der heutigen Zeit die katholische Kirche mit ihrer negativen Haltung gegenüber der modernen (natur-)wissenschaftlichen Forschung und Erkenntnis sich nach wie vor in einem mittelalterlichen Denkschema bewegt und wohl am liebsten mit dem Scheiterhaufen die Welt regieren möchte – wäre da nicht der moderne säkulare Staat, der dies erfolgreich verhindert.

Ein Psychogramm oder eine psychohistorische Analyse der «heiligen katholischen Kirche» könnte bestimmt mithelfen, das schizophrene Gebaren einer Institution zu erklären und letztlich auch zu verstehen. Dabei geht es keinesfalls um ein Psychogramm des einzelnen Priesters. Ob die von den vier Evangelisten beschriebene Person mit dem Namen Jesus eine historische Wahrheit darstellt oder eine frei erfundene Geschichte ist, lässt sich – nach 2000 Jahren – bestimmt nicht mehr verifizieren. Wie dem auch sei, raffinierten PR-Leuten (das gab es schon damals), in Kombination mit der tiefsitzenden Angst des Menschen vor dem Transzendenten (auch das gab es schon damals), eröffnete sich damit die Möglichkeit, einen Machtapparat aufzubauen, der – zusammen mit einer unersättlichen Geldgier – bis auf den heutigen Tag funktioniert und, dank unzähligen Dogmen und Verordnungen, auch weiterhin zur Zufriedenheit der Systemgewaltigen seinen Zweck erfüllt. Vordergründig geht es dabei um das Seelenheil des Menschen; hintergründig jedoch um politische Macht und um das liebe Geld. Und diese «Hintergedanken-Welt» ist es letztlich, die das Tun und Lassen praktisch aller «Kirchenfürsten» bis auf den heutigen Tag prägt und charakterisiert – und damit auch das Erscheinungsbild einer «heiligen katholischen Kirche».

Klarerweise wird ein überzeugter Kirchenvertreter niemals zugeben, dass es dem steten Streben nach Macht und Geld in Kombination mit der menschlichen Angst vor dem Transzendenten – einer Angst, die von der Kirche bewusst gehegt und gepflegt wird – zu verdanken ist, dass die Kirche die vergangenen 2000 Jahre mehr oder weniger unbeschadet überstanden hat. Keine weltliche Monarchie weist ein vergleichbares Alter auf. Die Kernfrage jedoch bleibt unbeantwortet: Wie steht es mit der Pflege des Seelenheils all der katholischen Schäfchen? Lebt sie im Sinne des Erfinders?

Peter Frankenstein, Baar

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