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Strassenmoloch im Quartier

«Lautstarker Protest gegen die Spange Nord», «Zentralschweiz am Sonntag» vom 7. Mai
Thomas Wüest,

Die Kantonsrätinnen und Kantonsräte stehen heute vor einer grossen Entscheidung. Der Planungskredit für die Spange Nord steht zur Debatte und zur Verabschiedung an. Mit der Entscheidung für diesen Planungskredit und damit für die Spange Nord wird das Stadtbild und die Verkehrsführung in und um die Stadt Luzern auf Jahrzehnte hinaus geprägt.

Die Befürworter sprechen davon, dass mit diesem Strassenmoloch das Stadtzentrum entlastet werden soll. Man will dies erreichen, indem man Verkehr, der heute den Weg über das Rontal zur Autobahn sucht (Stadtgebiete Würzenbach, Seeburg, Bellerive, wie auch die Gemeinden Adligenswil und Meggen), direkt in die Stadt hinein, also mitten ins Nadelöhr zieht.

Eine Strategie, die in ihrer Unsinnigkeit wohl ihresgleichen sucht.

Den Verkehrsabfluss über eine drei- bis vierspurige Spange Nord zu beschleunigen, mag auf den ersten Blick bestechen, die zu- und abführenden zweispurigen Strassen werden diese Kapazität aber unmöglich schlucken können. Das Gebiet von Luzernerhof bis weit nach Ebikon und vom Wesemlinquartier bis zum Schlossberg wird mit seinen Strassen als Warte- und Stauraum missbraucht werden.

Ich will nicht die Stadtgebiete gegen die Agglomeration ausspielen. Wir haben alle einen Teil mitzutragen, um unseren mobilen Lebensstil zu rechtfertigen. Wer die aktuelle Verkehrssituation am Schlossberg anschaut, erkennt: Die Stadt und im Speziellen das Maihof-Quartier nehmen schon heute einiges in Kauf. Aber durch eine Spange Nord wird auch das Rontal nichts gewinnen.

Vielleicht, und das ist noch nicht einmal sicher, werden durch diese gigantische Strassenschneise ein paar Strassen im Stadtzentrum entlastet. Aber ich bin überzeugt, dass zum Beispiel aus der Region Rontal die Stadt Luzern über die Hauptstrassen mit dem Auto oder mit dem Bus nahezu unerreichbar wird.

Die Realisierung einer Spange Nord ist für lange Zeit irreparabel. Einmal gebaut, wird sie nicht mehr so schnell korrigierbar sein. Ob sie nun funktioniert oder nicht. Den Preis der schwindenden Lebensqualität in allen angrenzenden Wohnquartieren wird aber über Generationen hinweg bezahlt werden müssen. Ist es das wert?

Thomas Wüest, Präsident Quartierverein Maihof, Luzern

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