Trotz Sommerhitze kühlen Kopf bewahren

«Geraten Pläne für Flugplatz ins Trudeln?» und «Regierung verteidigt Flugplatz-Kredit», Ausgaben vom 11. und 13. Juli
Andrea Blättler, Buochs

Ist es ein Haar mehr in der Suppe finden, wie Urs Müller in seinem Leserbrief vom 17. Juli konstatiert ...oder schlicht eine andere, unbeschwertere Betrachtungsweise? Die Fliegerei und ihre Infrastrukturen sind eigentlich eine neuzeitliche Erscheinung. Aus dem Pioniergeist von damals entstanden auch die Flugplätze. Die Fliegerei war neu. Kaum jemand ahnte, wie sich dies über die Jahrzehnte entwickeln würde. Die Flugplätze wurden den neuen Bedürfnissen angepasst, erweitert und ausgebaut. Aufgrund der schweizerischen Dichte tangieren sie meist bewohnte Regionen.

Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass vor nicht allzu langer Zeit auch in Buochs Dinge bilateral (abseits des Betriebsreglements) ohne Regierung und Bevölkerung, entschieden oder vereinbart wurden. Zwischen den Pilatus-Werken und dem Bamf, später auch Skyguide. Es besteht eine Nähe, diese ist sicher in vielen Aspekten gut und sinnvoll, kann jedoch auch zu nahe sein, sprich zu voreiligen Konzessionen veranlassen, welche vielleicht sogar Kompetenzüberschreitungen darstellen können.

Auch ich goutiere die Anwesenheit einer so erfolgreichen Unternehmung wie Pilatus. Der Flugplatz ist ein Wirtschaftsfaktor. Allerdings nur ein Faktor unter vielen weiteren unserer Region. Wir müssen feststellen, dass wir nun in einer Zeit leben, in welcher die Bevölkerung in vielen Belangen sensibler reagiert, Zugang zu vielen Informationen hat und deshalb nicht einfach blind Ja sagt.

Als Bürgerin will ich umfassend und wahrheitsgetreu informiert sein. Aufgrund der Berichterstattung erschliesst sich mir der Eindruck, dass den verantwortlichen Politikern die nötigen Unterlagen nicht oder nicht vollumfänglich zugehalten werden (Betriebsreglement, Aktionärsbindungsvertrag).

Führt man sich beide Artikel zu Gemüte, fühlt man sich ratlos, was nun stimmt. Mit dem Wissen um die bereits erwähnte gegenseitige Nähe der involvierten Parteien fehlt mir aktuell das nötige Vertrauen.

Die Äusserungen von flugzeugaffinen oder flugplatznahen Protagonisten wirken für mich zu aufzwingend und absolut. Es geht nicht um ein Ja oder Nein zum Flugplatz oder zur Fliegerei, sondern um die Frage, ob der Kanton Unternehmerrisiko tragen soll (was in der Tat eine grosse Verantwortung ist, welche wohlweislich und fundiert überlegt sein will) und ob die Nutzung (Flugbewegungen, Betriebszeiten) ausgedehnt werden soll. Deshalb schätze ich es sehr, wenn gerade die undurchsichtigen oder noch offenen Punkte von den Zuständigen genau und frühzeitig hinterfragt werden.

Andrea Blättler, Buochs

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