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Tunnel in Ebikon: Gut für die Gesundheit oder Zubetonierung der Gemeinde?

«SP und GLP gegen Ebikoner Tunnel», Ausgabe vom 20. Februar
Heidi Koch, Dr. Med., Ebikon

Die ca. 4,5 km lange Hauptstrasse von Ebikon gehört zur Achse Luzern–Zug–Zürich und zerschneidet das Dorf. Wer hier wohnt, hat mehr als ein Imageproblem. Er hat ein Problem mit Lärm, der krankmacht. Entlang der Hauptachsen in Luzern Ost werden die Lärmgrenzwerte an diversen Orten überschritten. Der Masterplan der Gemeinde sieht unter anderem eine Reduktion der gefahrenen Geschwindigkeit auf der Hauptstrasse vor, sowie eine Reduktion oder Umwidmung der Spuren. Velofahren soll gefördert werden, es werden zwei klar erkennbare durchgehende Achsen von mindestens 1,5 Meter Breite seitlich der Kantonsstrasse gefordert. Dies alles sind sinnvolle Massnahmen, da es darum geht, die Umweltbelastungen (Lärm, Luft) für uns Rontalbewohner zu verringern. Wir haben unsere Gemeindevertreter gewählt, damit sie sich an erster Stelle für unsere Gesundheit und Sicherheit einsetzen, aber auch für die unserer Nachkommen. Können wir es verantworten, so viele Steuergelder für die Schaffung von 400 Metern Flaniermeile zu verbrauchen?

Heidi Koch, Dr. med., Ebikon

Zugegeben: Die Strasse, die Ebikon der Länge nach zerteilt, ist nicht schön. Kein Wunder, findet die Idee Anklang, im Zentrum einen Deckel draufzumachen. Schaut man aber genauer hin, so stellt man fest, dass dieser millionenteure kosmetische Betoneingriff mehr zerstört, als er Ebikon bringt. Der Tunnelbau und die darauf geplanten Mehrfamilienhäuser würden nämlich das Zentrum von Ebikon unwiederbringlich zubetonieren. Da, wo jetzt durch die gerade Strassenführung Offenheit und Weite dominiert, kämen mehrstöckige, gesichtslose Neubauten zu stehen, wie sie in Ebikon in den letzten 20 Jahren überall entstanden sind. Kein neues Zentrum wäre die Folge, sondern einfach ein weiteres Wohnquartier. Eines, das von zwei Seiten von hässlichen Tunnelportalen flankiert wäre und damit eine zusätzliche Teilung der Gemeinde zur Folge hätte. Für die Attraktivierung des Zentrums liegt ein tauglicher Plan vor. Der Masterplan zeigt, wie das Zentrum lebensfreundlicher gestaltet werden kann, ohne die historisch gewachsene Struktur und die Topografie von Ebikon zu zerstören. Die Strasse hat Ebikon geprägt und wird es weiterhin prägen – aber mit dem im Masterplan skizzierten «Äbiker Boulevard» wird ein Weg aufgezeigt, wie Ebikon den Strassenraum lebenswert gestalten kann, ohne das Zentrum zu verbauen und Gelder zu verlochen. Gelder, für welche es in Ebikon angesichts der schwierigen Finanzlage genug anderweitigen Bedarf gibt. Ein lebenswertes Ebikon heisst: keine weiteren Kürzungen bei den Öffnungszeiten der Bibliothek, keine weiteren Erhöhungen der Eintrittspreise der Rotseebadi, genug Mittel für Schulraum und die lange versprochene Umgestaltung des Schmiedhofparks – statt Gelder im Zentrum buchstäblich zu vergraben und Ebikon zu Tunnelikon zu machen.

Jonathan Winkler, Ebikon

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