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Leserbrief

Über Denkmalpflege

«Denkmalschutz darf die Stadtentwicklung nicht blockieren», Ausgabe vom 21. September

Was versteht diese Zeitung unter Stadtentwicklung? Der Titel des Artikels zeugt von einem grossen Missverständnis. Denkmalpflege ist Teil der Stadtentwicklung und trägt sogar massgebend zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung bei. Wenn man allerdings Stadtentwicklung mit Stadtwachstum gleichsetzt, dann führt das in eine Sackgasse. Stadtentwicklung versucht die vielfältigen Parameter, die eine solche Entwicklung beeinflussen, sorgfältig abzuwägen. So wird die ominöse Nachhaltigkeit erzielt. Verdichtung und Schutzgedanken sind massgebende Komponenten der jetzigen Stadtentwicklung.

Sie erzeugen oft ein grosses Spannungsfeld, das unsere demokratische Gesellschaft aushandeln muss. Gerade darum trägt ein solcher Titel wenig zu einem notwendigen Diskurs bei, sondern er polarisiert. Dies ist vor allem darum schade, weil die analysierte Sachlage eine Differenzierung mindestens andeutungsweise aufzeigt. Die Schutzwürdigkeit ist ein durchaus verhandelbarer Aspekt. Allerdings sind Bauten ein schwergewichtiges gemeinschaftliches Gut. Das gilt ins­besondere für die Schulanlage Grenzhof, die durch eine fundierte fachliche Begutachtung als hochgradig schützenswert taxiert wurde, und die als öffentlicher Ort von hoher sozialer und kultureller Bedeutung ist. Der Stellenwert dieser Güter ist nicht per Zufall in der Bundesverfassung verankert. Der Diskurs bei der Schulanlage Grenzhof muss sich in der aktuellen Situation möglicherweise tatsächlich auf die künftige Nutzung konzentrieren.

Das ist vor allem auch darum schade, weil es sich um die wohl didaktisch wertvollsten Lernorte in der Stadt handelt. Da liegt denn auch ein Widerspruch im Artikel selbst: Denkmalschutz und Schulraumplanung sind nicht «zwei völlig verschiedene Paar Schuhe». Das weiter unten im Artikel erwähnte Beispiel Schulhaus Schädrüti belegt dies. Am Grenzhof würde bei einem Abriss im Innen- und im Aussenraum Schulraum von höchster pädagogischer Qualität und höchster Anpassbarkeit geopfert, etwas, was Rönnimoos auch nach dem Ausbau kaum bieten kann. Darum und weil kulturelle Werte wichtiger Teil einer städtischen Identität sind, müsste Denkmalpflege für jede weitere Stadtentwicklung ein fester Baustein sein.

Dieter Geissbühler, Architekt, Luzern

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