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Leserbrief

Über Freihandel, Handelskriege, Trumps Handelszölle und was ihre Folgen sein werden

«Nach Strafzöllen – EU verklagt die USA», Ausgabe vom 1. Juni

Warum spricht man neuerdings von «Strafzöllen»? Es handelt sich ja primär um Zölle zum Schutz der eigenen wirtschaftlichen Produktion und nicht um Strafmassnahmen. Ich frage mich in diesem Zusammenhang auch, warum der globale Freihandel unser Ziel und unser Heil sein soll. Man sieht ihn als Wundermittel des weltwirtschaftlichen Wachstums. Aber seine Nachteile sind doch unübersehbar: Immer mehr Waren werden in der Welt herumgeschifft, -gefahren, und -geflogen, was zu einer grossen Umweltverschmutzung führt.

Nationale Wirtschaftszweige werden durch Billigimporte lahmgelegt, besonders die so wichtige Landwirtschaft wird betroffen. Es werden immer mehr Billigwaren produziert («Made in China»), die Leute werden dadurch zu unnötigen Einkäufen animiert (nachher werfen sie die Sachen oft wieder weg), und die Bodenschätze werden dadurch im Übermass ausgebeutet.

Die Industrieländer mit ihrer Infrastruktur, ihren hohen Löhnen und ihrem technologischen Wissensvorsprung werden weiterhin von diesem globalen Handel profitieren und ihre Produkte teuer in jene Länder verkaufen, die nur Billigeres exportieren können.

Exportstarke Länder profitieren viel stärker als solche mit Importüberschüssen. Die einzelnen Staaten verlieren ihre Souveränität, und die Grosskonzerne und starken Verbände werden immer mächtiger.

Robert Bollschweiler, Luzern


Trump hat in seiner egozentrischen Art und getreu seinem Motto «America First», Importzölle auf Stahl und Aluminium eingeführt. Für Trump scheint klar, dass im globalen Handel das Recht des Stärkeren gilt, und dass, damit er gewinnen kann, andere eben verlieren. Das ist Trumps Überzeugung und er erfüllt damit sein Wahlkampfversprechen.

Gesamtwirtschaftlich gesehen sind die Folgen dieser Massnahmen in Europa in einem überschaubaren Rahmen. Insofern ist die verbale Aufrüstung mit «Handelskrieg» völlig überzogen. Kommt hinzu, dass auch Europa auf einigen Produktkategorien nach wie vor höhere Zölle erhebt als dies die USA im gegenseitigen Austausch tun. Vor der eigenen Tür zu wischen, würde definitiv nicht schaden, vor allem bei jenen, die sich nun als Vertreter des Freihandels aufspielen. Es wird spannend zu beobachten sein, wie geeint die EU respektive ihre Mitgliedstaaten in der Thematik tatsächlich sind.

Derweil werden die amerikanischen Konsumenten mittelfristig feststellen, dass sie einen erheblichen Teil dieser neu erhobenen Importzölle auf Stahl und Aluminium in den weiter verarbeiteten Produkten über höhere Preise berappen. Natürlich wird Donald Trump auch dafür einen anderen Schuldigen finden. Dass die Irritationen über Trumps Politik bei europäischen Spitzenpolitikern immer noch so gross sind, verstehe ich nicht. Wollen die Politiker in Europa die Ursachen für die Wahl Trumps, respektive auch der Aufstieg von populistischen Parteien in den europäischen Nationalstaaten, nicht verstehen? Oder hoffen sie ganz einfach auf ein Übergangsphänomen? Diese Sichtweise griffe nicht nur zu kurz, sondern wäre tatsächlich gefährlich.

Maurus Zeier, Kantonsrat FDP, Luzern

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