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Leserdebatte

Und die genetisch hornlosen Kühe?

Zur eidgenössischen Abstimmung über die Hornkuh-Initiative am 25. November

Der Grund, warum Kälber und Ziegen enthornt würden, sei die Sicherheit für Mensch und Tier, behaupten die Gegner der Initiative. Etwas ehrlicher tönt es in einem Interview in der «Bauernzeitung» vom 2. November. Dort sagt die Präsidentin des Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverbandes, Christine Bühler, bei einem Ja entstehe eine groteske Situation. Jede Bauernfamilie, die enthornte Kühe halte, müsste die Kuhhörner ihrer Berufskollegen mitfinanzieren. Dabei vergessen Frau Bühler und Gleichgesinnte, dass die Konsumenten dieses Landes solidarisch für unsere Landwirtschaftsmilliarden einstehen. Egal ob Vegetarier, Veganer, Viel- oder Wenigesser von in- oder ausländischen Landwirtschaftsprodukten. Ehrlich wäre, dass es den meisten Gegnern aus der Landwirtschaft eben nur um die entgangenen paar Franken geht, die in die Ställe mit behornten Kühen und Ziegen gingen. Gemäss Initiativtext würde das Geld für behornte Tiere kostenneutral von den jährlich über drei Milliarden Agrarzulagen des Bundes entnommen.

Hans Gassmann, Obernau


Armin Capaul und Uriella haben etwas gemeinsam. Beide behaupten etwas, dass wissenschaftlich nicht belegt ist. Direktzahlungsoptimierer Capaul behauptet, Hörner gehörten zur Kuh. Das ist falsch. Besamt man eine Kuh mit Sperma eines Stieres, der genetisch hornlos ist, hat das Kalb keine Hörner. Hörner sind Waffen, die verletzen, sogar töten können. Wären Bauern bei der Suva versichert, wäre das Enthornen schon lange obligatorisch. Leider geht in unserer Wohlstandsgesellschaft immer mehr der gesunde Menschenverstand verloren. Wir stellen das Tierwohl sogar vor die Arbeitssicherheit. Es wird ein Megatheater wegen der Enthornung gemacht. Um die immer zahlreicher vorhanden Hochschulabsolventen zu beschäftigen, werden Studien in Auftrag gegeben, um herauszufinden, ob das Enthornen das Kalb schmerzt oder nicht. Natürlich schmerzt das Enthornen, aber auf unserem Betrieb können wir nach wenigen Tagen die Kälber wieder am Kopf kraulen. Ich bin der Meinung, dass die Vermenschlichung der Haustiere das grössere Übel ist. Es werden künstliche Gelenke eingesetzt und andere leidensverlängernde Operationen durchgeführt, die länger und mehr schmerzen als das Enthornen der Kälber. Ich bin der Meinung, dass wir Bauern unser Einkommen durch den Anbau und Verkauf von Lebensmitteln und nicht durch die Optimierung von Direktzahlungen erzielen sollten.

Fredy Koller-Birrer, Nebikon


Selbst Bauern, die horntragende Rinder und Kühe in ihrem Stall haben, wären nie auf die Idee gekommen, die Halter horntragender Tiere speziell finanziell zu unterstützen. Ob Hörner- oder Keine-Hörner-Tiere im Stall, das soll jedem Bauer selbst überlassen werden. Die Hörner sind die Waffe der Tiere. Sie werden zur Selbstverteidigung eingesetzt. Dazu braucht es keine finanzielle Abgeltung. Von lebenslangen Schmerzen enthornter Kälber kann keine Rede sein. Was geschieht mit den gezüchteten hornlosen Kühen? Erhalten auch ihre Halter finanzielle Unterstützung? Oder nicht? Fakt ist: Um die Initiative umzusetzen, benötigt es einmal mehr gut bezahlte Bürokraten und Kontrolleure, die vom Topf der Direktzahlungen der Landwirte leben. Solche Theoretiker hat es schon viel zu viele, die den Bauern vorschreiben und dreinreden. Deshalb Nein zur sinnlosen Hornkuh-Initiative.

Sepp Geisseler, Adligenswil

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