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Leserbrief

Kita per Internet buchen:
Und was ist mit den Kindern?

«Per Internet Kita-Tage buchen», Ausgabe vom 4. August

Flexibilität wird in der Arbeitswelt immer mehr gefragt. Mütter von Kleinkindern passen sich an, die Kitas ziehen nach. Und was ist mit den Kindern? Hat sich auch jemand überlegt, was ein flexibler Kita-Vertrag für sie bedeutet? Alle Kinder einer Gruppe sind von Monat zu Monat mit anderen Gruppenzusammenstellungen konfrontiert. Sie müssen immer wieder ihren Platz in der Kindergruppe finden, neue Kinder kennen lernen, dann sehen sie ihr Lieblings-Gspändli für Monate nicht mehr. Bei einer flexiblen Betreuung wird ein Kind auch mal von einer Fachperson betreut, welche es noch nicht kennt, weil diese Teilzeit arbeitet. Die gleichen Folgen haben zusätzlich gebuchte Tage und Krankheits- und Ferientagekompensationen. Es geht vergessen, dass Konstanz in der Betreuung auch zur Betreuungsqualität gehört. Eine finanzielle Rückvergütung von Krankheits- und Ferientagen wäre ehrlicher, und Kitas könnten sich ohne Qualitätsverlust von der «Konkurrenz abheben».

Für das geschilderte Angebot muss eine Kita Überkapazitäten zur Verfügung stellen, damit bei einem Wechsel der Tage, bei zusätzlich gebuchten Tagen und bei Krankheits- und Ferientagekompensation keine Überbuchung entsteht. Wer bezahlt das? Es sind doch die Eltern, welche höhere Tarife in Kauf nehmen müssen, egal ob sie dieses Angebot nutzen oder nicht. Beim Anspruch von Betreuungsgutscheinen wird sogar der Steuerzahler zur Kasse gebeten.

Warum zeigen die Arbeitgeber nicht so viel Flexibilität, dass eine Mutter von Kleinkindern einen fixen Arbeitsplan erhält. Die Kita-Zeit ist kurz. Im Alter von vier bis fünf Jahren beginnt bereits der Kindergarten. Man jammert, dass Fachkräfte fehlen, man jammert über Geburten-Rückgänge und zuletzt müssen sich die Schwächsten (zu den Schwächsten gehören nicht nur die Kleinkinder, sondern auch Alleinerziehende und finanzschwache Familien) anpassen, ob sie wollen oder nicht. Niemand stellt Forderungen an den Arbeitgeber. Familienfreundliche Forderungen wären nebst fixen Arbeitsplänen auch ein kinderfreundlicher Arbeitsbeginn, damit Kleinkinder nicht zu früh aufstehen müssen. Oder Teilzeitjobs für Väter und Karrierepläne für Väter, die ihre Kinder mit betreuen wollen.

Elisabeth von Wartburg, Mitglied Geschäftsleitung Chenderhus Rägeboge, Buchrain

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