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Und wieder eine Hiobsbotschaft aus dem Kantonsspital

«Kinderärzte kritisieren Spital scharf», Ausgabe vom 1. Juli

Hören die Negativschlagzeilen aus dem Zuger Kantonsspital Baar nicht mehr auf? Ein Spital muss für die Patienten und die Bevölkerung ein Ort des Vertrauens sein, ein Vertrauen, das durch Entscheidungen der Spitalleitung aber arg kompromittiert wird.

Vor kurzem wurde die Zuger Bevölkerung durch eine knappe Medienmitteilung orientiert, dass vier hochqualifizierte Leitende Ärzte dem Spital den Rücken kehren. Und nun kommt es wieder zu einem Eklat, diesmal betrifft es die Neugeborenenabteilung. Wie aus der «Zuger Zeitung» zu erfahren ist, hat die Verwaltung der Zuger Kantonsspital AG mit dem Segen der kantonalen Gesundheitsdirektion die Schaffung einer neonatologischen Abteilung geprüft. Dies, nachdem der Vertrag mit den Zuger Kinderärztinnen und -ärzten auf den 1. Juli 2017 aufgekündigt wurde.

Nun frage ich mich ernsthaft, sind die verantwortlichen Personen am Kantonsspital mit der Gesundheitsdirektion grössenwahnsinnig geworden?

Da ich weder Arzt noch medizinischer Fachmann bin, aber Medienmitteilungen zu interpretieren weiss, stellen sich für mich kritische Fragen.

So will das Zuger Kantonsspital also eine neue, hochkomplexe Abteilung für Neonatologie aufbauen. Dies erfordert aber mehrere hochqualifizierte Fachärzte, die wiederum für maximal 15 Fälle pro Jahr zuständig sein sollen, die bis jetzt in Luzern behandelt wurden. Für 1,5 Fälle im Monat sind nach Plänen von Spitaldirektor Matthias Winistörfer in Zukunft mehrere hochqualifizierte Ärzte und spezialisiertes Pflegepersonal zuständig. Was machen diese Spezialisten in der übrigen Zeit? Werden sie zum Beispiel als Internisten oder Orthopäden eingesetzt?

Da die zu erwartenden exorbitant hohen Kosten vom Kanton und von der Krankenkasse bezahlt werden müssen, betrifft dieses Unterfangen somit jeden Einwohner, und dies über die Krankenkassenprämien und Steuern.

Beatrice Gross, Generalsekretärin der Gesundheitsdirektion, meint zu den Plänen des Kantonsspitals lapidar: «Das Zuger Kantonsspital ist frei, im Rahmen des Leistungsauftrages eine Abteilung für Neonatologie zu führen. Selbstverständlich müssten vor der Eröffnung jedoch die fachlichen Anforderungen erfüllt werden.» Hat man bei der Gesundheitsdirektion nie etwas von den WZW-Kriterien gehört, wonach eine medizinische Versorgung auch wirtschaftlich zu erbringen ist? Und wie sollen bei so wenig Fällen Qualität und Routine der Behandlung gewährleistet werden?

Wie meine Recherchen ergeben haben, ist in Fachkreisen völlig unbestritten, dass die Behandlung von Risiko-Neugeborenen an grosse, qualifizierte Zentren gehört! Und auch wenn das steigende Alter der Gebärenden in Zukunft einige Risikokinder mehr zur Folge haben dürfte, sind der Bedarf und die Berechtigung einer entsprechenden Abteilung am Zuger Kantonsspital noch lange nicht gegeben.

Für Nicht-Risiko-Neugeborene, so hat sich Beatrice Gross über den Kantonsarzt bei der Spitalleitung versichern lassen, würden die Ärzte der Frauenklinik den Leistungsauftrag voll erfüllen. Mit dieser wilden Argumentation werden wohl künftig die Frauenärzte oder beispielsweise Internisten auch gewöhnliche Knochenbrüche behandeln!

Mir graut vor einer solchen Entwicklung.

Heinz Sennrich, Steinhausen

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