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Leserbrief

Spitäler: Unflexibel, einbetoniert

«Luzerner Spitäler rechnen mit 50 neuen Betten», Ausgabe vom 8. August

Der Versorgungsauftrag mit einer bedarfsgerechten, qualitativ hochstehenden, effizienten und wirtschaftlichen Leistungserbringung in der stationären Akutversorgung ist im Kanton Luzern nicht gewährleistet.

Dem Kanton beziehungsweise der Trägerschaft des Kantonsspitals Luzern und Hirslanden-Klinik St. Anna fehlt eine kurz-, mittel-, und langfristige Ziel- und Gesamtplanung in einem Verdrängungswettbewerb mit massivem Bettenüberhang und medizinischen Fortschritt.

Die Akutspitäler sind nicht anpassungsfähig und kämpfen als grösste Arbeitgeberinnen im Kanton um den Strukturerhalt auf Kosten des Steuer- und Prämienzahlers.

Die Flexibilität der architektonischen Spitalbaukonzeptionen mit systematischer Erweiter- beziehungsweise Reduzierbarkeit auf den Arealen des Kantonsspitals und St. Anna-Spital für effiziente Betriebsabläufe ist nicht gegeben. Man hat sich konzeptionslos einbetoniert mit einem fixen qualitativen und quantitativen medizinischen Leistungsbild in einzelne Häuser (Augenklinik, Gynäkologie und Geburtshilfe, Bettenhochhaus, Kinderklinik und so weiter) wie in früheren Zeiten im Rudolf Virchow-Krankenhaus in Berlin vor 115 Jahren.

Paradox? Offensichtlich können die Steuer- und Prämienzahler mit und ohne Prämienverbilligung die massiven Überkapazitäten und Ineffizienz in der Spital-Landschaft immer noch leisten. Oder anders gesagt: Die Akutspitäler haben sich verstärkt zu Beschäftigungsinstitutionen für ärztliches, pflegerisches, paramedizinisches, administratives, haushalts- und technisches Personal sowie eine Vielzahl an Zulieferbetrieben entwickelt, ohne einen gesundheitlichen Nutzen zu stiften.

Dieses politisch inszenierte Beschäftigungsprogramm mit Akutspitälern mit massiven Überkapazitäten entwickelt sich zum Bumerang der Gesundheitspolitik.

Wir benötigen eine strategische kurz-, mittel- und langfristige Ziel- und Gesamtplanung in der Akutversorgung sowie vermehrt Ressourcen und Kapazitäten für Spitex, ambulante Altersbetreuung und Pflege für Demenzkranke und so weiter. Pflege soll soweit möglich zu Hause stattfinden, und in kleineren stationären pflegerisch menschengerechten Institutionen.

Benno L. Tobler, Gesundheitsökonom, Luzern

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