Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Leserbrief

Unsinnige Forderung nach Luchs-Abschüssen

«Wildtiere: Ständerat in Abschusslaune», Ausgabe vom 6. Juni

Fabian Fellmann schreibt in seinem Kommentar, die 40 Wölfe, einige Bären und etwa 200 Luchse hätten im Bundeshaus schon mehr zu reden gegeben als die über 70000 Rehe, Hirsche, Gämsen und Wildschweine, die pro Jahr in der Schweiz erlegt werden. Dahinter verbirgt sich der eigentliche Skandal.

Wo es ausreichend natürliche Beutegreifer gibt, braucht es keine Jäger. Die Jäger sehen schlicht ihre Felle davon schwimmen. Ihnen geht es bloss um die Verteidigung ihrer Lust am Töten.

Dieses Hobby wird dann gerne mit einem ganzen Strauss an Rationalisierungsstrategien unterfüttert. Stichhaltig ist nichts davon.

Populationsgrössen werden vorwiegend vom Nahrungsangebot bestimmt. Oft wird dieses von Bauern bereitgestellt, die ihre Felder nicht richtig einzäunen. Den Rest erledigt der Selektionsdruck durch natürliche Feinde.

Gerade der nun wieder am Pilatus heimisch gewordene menschenscheue Eurasische Luchs ist ein idealer Lauerjäger für Gämse und Rehe. Der Genpool dieser Art ist prekär. Entsprechend unsinnig sind dann auch Forderungen nach Luchs-Abschüssen, wie sie jüngst ein Jagdvereinspräsident in dieser Zeitung äusserte.

Für das reaktionäre Ansinnen, geschützte Arten wie Luchse, Bären und Biber abzuknallen und Banngebiete aufzuweichen, lässt sich in unserer Gesellschaft keine Mehrheit mehr finden.

Dies dürfte spätestens ein Referendum zum vom Ständerat beschlossenen Abschussgesetz zeigen.

An die Jäger und ihre Ständeratsvertreter gerichtet, schliesse ich mit den Worten des brillanten Paläontologen Stephen Jay Gould über die Tierart Mensch: «Sehen Sie in den Spiegel, und erliegen Sie nicht der Versuchung, vorübergehende Vorherrschaft mit innerer Überlegenheit oder der Aussicht auf längerfristiges Überleben gleich zu setzen.»

Yannick Hagmann, Luzern

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.