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Unzumutbare Bürde?

«Sollen die Kantonsbeiträge bei Musikschulen gekürzt werden?», Ausgabe vom 26. April
Martin Rüttimann, Leiter Suzuki-Musikschule Luzern und Basel, Meggen

Zwei der Hauptargumente der Befürworter dieses Referendums scheinen mir einer näherer Betrachtung würdig: Erstens wird ins Feld geführt, dass eine Abschaffung des Kantonsbeitrags eine unzumutbare Bürde sei für das Budget einer mittelständischen Familie.

Die Frage geht hier aber vergessen, wie denn die Kostenverteilung vor der Einführung dieses Beitrages im Jahr 2010 war. Konsequenterweise hätten ja dann die Elternbeiträge sinken müssen. Das Einzige aber, was konstanterweise sinkt, sind die Schülerzahlen an den öffentlichen Musikschulen. Wohin nun dieser Pro-Kopf-Beitrag tatsächlich geflossen ist, bleibt somit schleierhaft. Keine mir bekannte Musikschule hat damals den Elternbeitrag gekürzt – im Gegenteil, aufgrund der allseits bekannten Knappheit der Mittel werden diese Beiträge eher erhöht.

Zweitens: Gerne wird auch angeführt, dass ein solcher Kantonsbeitrag gezwungenermassen zur Qualitätssicherung beiträgt. Bei einem Verlust eben dieses Beitrags würde ein Qualitätsverlust zu beklagen sein. Nun stellt sich bei mir die Frage, wie man denn «Qualität» im Musikunterricht messen soll. Sind es motivierte Lehrpersonen oder zufriedene Eltern oder gar gewonnene Wettbewerbe der Schüler?

Am ehesten wird heute wohl die bürokratische Allzweckwaffe «Qualitätsmanagement» zur Hand genommen. Oft genug hatte ich es selber erlebt, wie bei kreativen und motivierten Musiklehrern die Begeisterung für den Beruf umgekehrt proportional gesunken ist seit der sogenannten «Professionalisierung» der Musikschule.

Sprich, seit es eine spezielle und nicht gerade preiswerte Berufsausbildung für Musiklehrer gibt und somit die Anzahl auszufüllender Formulare, Sitzungen und fragwürdiger Weiterbildungen ins Uferlose zu gleiten scheint. Diese Musikschullehrer-Ausbildung ist eines von vielen Kriterien, um als Musikschule anerkannt zu werden.

Diese Kosten wurden oft von den Gemeinden selber übernommen. Und so schliesst sich der Kreis in wunderbarer Weise: von einer öffentlichen Kasse in die nächste, gemäss meinen bescheidenen mathematischen Kenntnissen müsste dies buchhalterisch doch zumindest die berühmte schwarze Null ergeben.

Martin Rüttimann, Leiter Suzuki-Musikschule Luzern und Basel, Meggen

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