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Verdichtung siegt über Erhalt eines noch grünen Quartiers

«Quartier in zwei Lager gespalten», Ausgabe vom 11. Mai
Walter Trutmann, Bewohner Aamatte und Ehemaliger Kantonsarchitekt, Sarnen

Die Gemeindeversammlung von Sarnen hat entschieden: Zwei Drittel der Stimmenden haben die Aufhebung des Quartierplans Spitalmatte/Aamatte und eine dazu erforderliche Zonenplanänderung gutgeheissen. So weit, so ungut – die «Verdichtung» hat über die Erhaltung eines noch mit grün durchsetzen Quartiers obsiegt. Dieser Schritt ist der vorletzte eines Erosionsprozesses über einen Quartierplan, der vor 45 Jahren mit seiner von Reiheneinfamilienhäusern und winkelförmig zusammengebauten Einfamilienhäusern geprägten Siedlungsstruktur als vorbildlich und zukunftsweisend eingestuft wurde. Der nächste Schritt wird der baugesetzlich verlangte Verzicht auf eine Nutzungsziffer im zu überarbeitenden Bau- und Zonenreglement sein. Dann wird die Verdichtung ihren Fortgang nehmen.

Es trifft zu, dass der Quartiercharakter heute kein einheitliches Bild mehr zeigt. Aus kommerziellen Gründen und auf Druck von Einzelinteressen hin wurde der Quartierplan mehrfach abgeändert und hat zum heutigen heterogenen Siedlungsbild des Quartiers geführt. Dieses lässt sich kaum mehr qualitativ von anderen Wohnquartieren unterscheiden. Nach der Aufgabe der einheitlich gestalteten «Teppichsiedlung» wurde der Versuch unternommen, in der Einzelbauweise durch besondere Bauvorschriften eine gewisse Einheitlichkeit zu erreichen. Neben Masslimitierungen wären Dachform (zum Beispiel Satteldach, Fristrichtung) und Materialanwendung (zum Beispiel der Holzanteil bei den Fassaden) gestalterische Elemente, mit denen eine formale Abstimmung der Bauten erreicht werden könnte.

Immer wieder wurden solche Einschränkungen kritisiert und dann im Einzelfall durchlöchert oder ignoriert. Damit wurde das angestrebte einheitliche Siedlungsbild aufgegeben. Wenn eine Einheitlichkeit erreicht werden soll, sind formale Mindestanforderungen einzuhalten. Ein fähiger und williger Architekt kann auch mit solchen Einschränkungen gute und zeitgemässe Architektur schaffen.

Dies hat nichts mit einem verordneten «Chalet»-Stil und auch nichts mit einer uniformen Architektur zu tun. Es gibt dazu eine Vielzahl guter Beispiele. Kreativität und guter Wille wären nötig gewesen. Diese Chancen wurden verpasst und die Bewilligungsbehörden haben zu grosszügig Ausnahmen von den klaren Gestaltungsvorschriften bewilligt. Also denn, bald heisst es noch vermehrt «freie Bahn dem Tüchtigen».

Walter Trutmann, Bewohner Aamatte und ehemaliger Kantonsarchitekt, Sarnen

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