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Verdingt, misshandelt, Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen

«Verdingkinder: Suche nach isolierten Opfern», Ausgabe vom 25. November

Es ist ein sehr dunkles Kapitel in der Sozialgeschichte der Schweiz! Kinder und Jugendliche wurden durch diese Behördenwillkür ihrer Kindheit und ihrer Jugend beraubt. Aus der Familie gerissen, konfrontiert mit Gewalt und Androhungen, ja bis zum Freiheitsentzug, wenn sie nicht wie gewünscht funktionierten. Junge Frauen wurden ausgebeutet, uneheliche Kinder wurden unter Zwang zur Adoption freigegeben oder wurden Opfer von Medikamentenversuchen ohne Rücksicht auf deren allfällige Folgeschäden. Ausbildungen blieben ihnen meist verwehrt, was bedeutete, stets an der Grenze der Armut zu leben. Sie sind gezeichnet bis an ihr Lebensende.

Mit der offiziellen Entschuldigung seitens des Bundesrates kann das Geschehene nicht rückgängig gemacht werden, aber das Verhalten der Behörden ganz klar als Unrecht und persönliches Versagen anerkannt werden. Diese Art der Wiedergutmachung ist wichtig und vor allem den Betroffenen und Hinterbliebenen geschuldet.

Gerade auf den Kanton Zug fällt ein grosser Schatten. Es sind einige Heime in der Umgebung, die von dieser Vergangenheitsbewältigung betroffen sind. Was sich hinter diesen Klostermauern abgespielt hat, ist kaum fassbar. Dass in der Vergangenheit auf Kosten der Schwächsten gespart wurde, zeigt die traurige Geschichte in aller Deutlichkeit! Wer verdingt wurde, kostete den Staat nicht viel, wurde zugleich zur billigen Arbeitskraft ohne jedes Recht und ohne Anerkennung. Die Schutzbedürftigkeit wurde dem Geld untergeordnet. Auch heute ist es immer noch dieselbe Strategie: Sparen auf Kosten der Schwachen! Der Regierungsrat hat aufgrund der geschätzten Kosten die kantonale Aufarbeitung ausgesetzt. Dabei wäre für die Betroffenen ein Zeichen der Solidarität sehr wichtig. Mit der Aufarbeitung würde die Regierung ein Zeichen setzen und sich auf diese Art schützend vor die Betroffenen stellen und ihnen damit ihre Würde zurückgeben.

Nebst der Pflicht, die nötigen finanziellen Mittel für die Wiedergutmachung an die Betroffenen zu leisten, ist es zwingend, dass der Kanton auch die kantonale Aufarbeitung vorantreibt. Die Aktenlage gestaltet sich recht schwierig, da nur ungenügend erfasst wurde und wenig bekannt ist, so die Aussage im Bericht des Regierungsrates. Genau aus diesem Grund bin ich der Meinung, dass die Regierung alles unternehmen muss, damit Betroffene zu dieser Art der Wiedergutmachung Zugang finden und die kantonale Aufarbeitung vollumfänglich in Angriff genommen wird, finanziert ohne Wenn und Aber!

Rita Hofer, Kantonsrätin ALG, Hünenberg

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