Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Viele Betagte blühen auf, wenn sie ins Heim kommen

«Selbstbestimmtes Wohnen im Alter», Ausgabe vom 31. Januar
Heidi Pfoster-Wehrmüller,

Allein im eigenen Heim – erstrebenswert? Alle Ideen, die in diesem Artikel aufgezeigt werden, sind sicher gut gemeint. Wie sehen sie aber in der Praxis aus? Bei Angeboten, bei denen gross dargelegt wird, was eingespart werden kann, frage ich mich immer, für welche Menschen sie von Nutzen sind. Wirklich für die Betagten?

Sehr vielen Betagten, die zwar noch zu Hause wohnen, ist es nicht mehr möglich, aus eigener Kraft das Haus zu verlassen. Sie sehen ausser dem Mahlzeitendienst oder der Spitex den ganzen Tag niemanden mehr. So ist ihnen eben ihr eigenes Zuhause ihr Liebstes. Viele haben keine Verwandten, oder sie haben eine Familie, die sich nicht oder nur selten um sie kümmert.

Alte Menschen vereinsamen oft im eigenen lieb gewordenen Zuhause. Es stimmt mich traurig, wie immer wieder alte Menschen mit Exit aus dem Leben scheiden, da sie sich alleingelassen fühlen. Innert kurzer Zeit habe ich von zwei Fällen gehört, bei denen die alten Personen nicht körperlich krank waren, sondern seelisch. Sie liessen sich durch Exit erlösen. Wollen wir das wirklich? Können wir das verantworten? Trotz allen guten und auch viel genutzten Angeboten für Senioren gibt es in unserer Gesellschaft sehr viele einsame Menschen, die den Anschluss verloren haben oder denen es schwerfällt, irgendein Angebot für sich zu nutzen.

Deshalb erschreckt mich der Vorschlag, noch mehr für die alten Menschen zu tun, damit sie ja zu Hause bleiben, um den Staat nicht zu stark belasten. Als ehemalige Angestellte im Alterszentrum Staffelnhof und Freiwillige seit über 20 Jahren beschäftigten mich die Angebote im Alter sehr.

Mir ist klargeworden, wie viele Menschen aufblühen, wenn sie nicht mehr allein zu Hause und sich selbst überlassen sind. Wäre es wohl in unserer reichen Schweiz nicht möglich, allen einen guten Lebensabend zu gönnen? Wenn man sich als über 70-Jährige dahingehend äussert, man wolle in einem Alterszentrum seine letzten Jahre verbringen, wird man schräg angeschaut.

Heidi Pfoster-Wehrmüller, Luzern

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.