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Viele büssen mit der Operation massiv an Lebensqualität ein

«Luzerner Spital setzt auf Roboter», Ausgabe vom 13. Oktober
Diana Schmassmann, Fachärztin Für Allgemeine Innere Medizin/

Die Diagnose Prostatakarzinom verunsichert viele Männer und trifft auch psychologisch ein sensibles Gebiet. Daher haben Patienten Anrecht auf eine sachliche und faire Aufklärung über Diagnose und Therapie. Leider wird viel zu oft zur Operation geraten, um ein längeres Überleben in Aussicht zu stellen. Eine Prostataresektion ist immer ein sehr einschneidendes Erlebnis für den Patienten, unabhängig davon, ob offen, mit Schlüssellochtechnik oder mit Hightech-Geräten wie dem Roboter Da Vinci operiert wird.

Die Folgen sind stets die gleichen. Ich sehe viele Patienten, die mit der Operation relevante Lebensqualität eingebüsst haben und nun an Harn­inkontinenz (rund 10 Prozent), Impotenz (rund 80 Prozent), Verlust von Selbstwertgefühl oder an Depression leiden.

Prostatakrebs wird häufig aufgrund eines erhöhten PSA-Laborwertes (PSA ist ein prostataspezifisches Eiweiss, das man mit einem Bluttest messen kann, die Red.) diagnostiziert. Er ist dann in neun von zehn Fällen lokalisiert und weitgehend harmlos. In etwa einem von zehn Fällen ist der Tumor gefährlich, wobei dann aber häufig bereits Metastasen/Ableger vorliegen. Beim metastasierten Prostatakarzinom ist die Operation nicht indiziert. Sie kann nur selten den schicksalshaften Verlauf des Prostatakarzinoms ändern, man schätzt in 1 von 100 Fällen. Zudem haben sich auch organerhaltende Therapieformen gut bewährt. Die neuesten Studien­resultate aus England an 1693 Patienten bestätigen dies. Nach 10 Jahren betrug das Prostata-spezifische Überleben beim lokalisierten Prostatakarzinom 99 Prozent, unabhängig, ob operiert, bestrahlt oder abgewartet wurde. Auf die Gefahr der Übertherapie und der damit verbundenen hohen Kosten weisen Fachleute immer wieder hin. Es bleibt: Weniger ist mehr.

Diana Schmassmann, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin/Hausärztin, Sursee

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