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Leserbrief

Vollgeld oder nicht? Was ist riskanter?

Zur eidgenössischen Abstimmung über die Vollgeld-Initiative am 10. Juni

Der Abstimmungskampf zur Vollgeld-Initiative (oder auch zum Energiegesetz) ist in vollem Gange. Was mir einmal mehr auffällt: Dort wo rationale Argumente fehlen, müssen emotionale herhalten – vor allem die Angst. Es herrscht Angst vor dem Alleingang, Angst vor dem grossen Experiment, Angst vor steigenden Kosten, bei vielen Betroffenen vielleicht auch die Angst vor dem Verlust eigener Privilegien. Doch es ist eine Binsenwahrheit, dass Angst nie ein guter Ratgeber ist. Die Schweiz ist heute ein Paradies auf Erden, weil sie in der Vergangenheit mutige Entscheide zum Wohle des Ganzen getroffen hat und mit gutem Beispiel voranging – und nicht, weil sie vor Angst erstarrte und notwendige Veränderungen nicht anpackte.

Franz Ulrich, Hohenrain


Unsere direkte Demokratie ist weltweit einmalig. Und dieses System macht es auch möglich, dass wir über Initiativen abstimmen dürfen, welche anderenorts keinerlei Gehör finden. Ein System, wie es sich die ausländischen Entwickler der Initiative wünschen, wurde noch nie getestet. Nicht in der Schweiz – und auch sonst nirgendwo. Kein Land hat sein Geldsystem jemals derart radikal auf den Kopf gestellt. Und genau deshalb ist auch völlig ungewiss, welche Auswirkungen ein solches Experiment hätte. Die Schweiz soll, aufgrund ihrer direkten Demokratie, als Testlabor für ein hoch riskantes Experiment hinhalten. Und was ist, wenn der Versuch schiefgeht? Viele der Verantwortlichen wird dies kaum stören, schliesslich leben sie im Ausland. Experimente durchführen und anderen die Risiken überlassen? Ohne mich.

Jim Wolanin, Zentralschweizer Komitee «Vollgeld-NEIN», Kantonsrat FDP, Neuenkirch

Das Schweizer Volk hat am 10. Juni die Chance, unsere Landeswährung sicherer und stabiler zu machen. Es geht um die grundlegende Frage: Wer soll unser Geld herstellen können? Die Privatbanken oder die Nationalbank (SNB)? Die Initiativ-Gegner betreiben pure Angstmacherei, indem sie behaupten, dass es bei der Kreditvergabe zu Engpässen kommen werde. Dieses Szenario ist unglaubwürdig, weil die Geldmenge von der SNB ja nicht verkleinert würde. Das unsichere Buchgeld der Banken würde lediglich zu sicherem Nationalbank-Buchgeld umgewandelt. Ausserdem gibt es in der Schweiz einen gewaltigen Überschuss an anlagesuchenden Geldern und damit genügend Gelder für die Kreditvergabe. Bei einer Annahme der Initiative würden die privaten Banken einfach kein elektronisches Geld mehr selber herstellen können. Die Banken würden weiterhin ihren Auftrag als Finanzdienstleister und Kreditgeber ausüben können, da ja die SNB kein Auftrag für Kreditvergabe hat, sondern vorrangig für Preisstabilität und Währungspolitik zuständig ist. Die Postfinance, Versicherungen und andere Finanzunternehmen weisen auch jedes Jahr Gewinne aus, ohne dabei selber Geld herstellen zu können. Klar ist es nachvollziehbar, dass die meisten Banken gegen die Vollgeld-Initiative sind, weil sie dann das einträgliche Privileg der Geldschöpfung verlieren würden. Ein Ja wäre für die Banken jedoch sicherlich verkraftbar.

Adrian Baumann, Bürglen


Seit Längerem experimentieren Grossbanken im grossen Stil mit der Herstellung von neuem Geld. Sie tun das durch Vergabe von minimal gesicherten Krediten. Das sind gefährliche Experimente, welche den Grossbanken hohe Gewinne bescheren, aber finanzielle Blasen erzeugen. Wenn diese platzen, tragen die Bürger den Schaden. Das ist keine freie Marktwirtschaft, das dient lediglich einer kleinen Gruppe Privilegierter. Vollgeld ist nichts Neues, es hat sich früher während langer Zeit bewährt. Niemand leidet darunter, es schmälern sich lediglich die enormen Gewinne einiger weniger. Wir haben heute die Chance, das zu ändern. Die Partei Integrale Politik der Schweiz empfiehlt deshalb ein Ja.

Peter Kunzmann, Mitglied Integrale Politik Schweiz, Hildisrieden

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