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Leserbrief

Vor dem Einkaufen immer gut überlegen

Gedanken zur Initiative «Für sauberes Trinkwasser» und zur «Fair-Food-Initiative»

Bei einer grossen Schweizer Partei habe ich im Parteiprogramm gelesen, wir seien ein Land ohne Rohstoffe. Das hat mich nachdenklich gestimmt. Wir Schweizerinnen und Schweizer haben die ganze Palette an Lebensmitteln zur Verfügung und können uns frei entscheiden: Für die im Februar im Süden produzierten Erdbeeren, für den Apfel im Juni aus Neuseeland, die (Bio-?)Sojaplätzli aus Kanada, die Batterieeier aus Ungarn, Straussensteak aus Südafrika, Honig aus Amerika, für das Katzenfutter aus argentinischen Kälblein, die Liste wäre unendlich. Oder aber wir entscheiden uns saisonal für die hiesigen Produkte. Die Kartoffeln, angebaut beim Bauern im Dorf, den Salat aus dem eigenen Garten, Kirschen, Walnüsse, Apfelmus, Schweizer Fleisch und Milchprodukte. Auch diese Palette wäre gross. Oft bewirtschaften Bauern gewisse Bäume gar nicht mehr, weil es einfach zu wenig lukrativ ist. Das heisst, die Früchte verfaulen am Baum, während wir daran vorbeifahren, um beim Grossisten Früchte einzukaufen, oft ausländische. Da stimmt doch etwas nicht mehr und auch die Politik muss sich einige unbequeme Fragen stellen: Woran liegt es, dass wir unsere Rohstoffe selber derart abgewertet haben, dass wir sogar glauben, ein Land ohne Rohstoffe zu sein? Bei uns sind die Wiesen und Wälder saftig, das Klima ideal. Haben Sie schon mal im Garten die gesamte Kartoffelernte verloren wegen einem Schädling oder Pilz? Dann wissen Sie nämlich, wie machtlos man dagegen ist, ganz ohne Gift. Wir alle wünschen uns sauberes Wasser und eine intakte Natur, auch ich. Produkte, die in der Schweiz nicht angebaut werden können, kaufe ich manchmal gar nicht, manchmal Fairtrade (Ananas, Bananen, Vanille, Kakao, Kaffee...). Beim Palmöl ist es leider sehr schwierig, darauf zu verzichten. Auch hier appelliere ich an die Politik. Es müsste doch möglich sein, palmölhaltige Produkte übersichtlich als solche zu deklarieren und den Import zu begrenzen. Palmölplantagen, grosse Beeren-, Früchte- und Gemüseplantagen im entfernten Ausland, Holz aus Monokulturen und Regenwäldern, Massentierhaltung: All dies kann gar nicht nachhaltig und ökologisch betrieben werden. Es ist, als ob man ein veganes Rührei bestellt, schlicht unmöglich. Dies sollte jedem einleuchten, der einmal die grüne Brille der Glückseligkeit ablegt. Überlegen Sie vor dem Einkaufen (immer, nicht einmal), wie sie unsere einheimischen Produzenten, welche nach strengen Tierschutz- und ökologischen Richtlinien produzieren, unterstützen können. Der zweite Tipp von mir ist, einen Garten zu mieten oder anzulegen, und so selber etwas zu Biodiversität, Bienenschutz und kurzen Transportwegen beizutragen. Sie tun so mehr für die Natur, als zwei Mal Ja zu stimmen im September. Der Grundwasserspiegel in Südspanien und die marokkanischen Gastarbeiterinnen dort werden es Ihnen danken, weil es sie nämlich dann dort gar nicht mehr braucht. Und wir brauchen uns nicht zu schämen, weil sie dort die Probleme ausbaden, welche wir verursachen. Die einheimischen Produzenten sollen uns Konsumenten, welche ihre Produkte bevorzugen, derweil ihre Wertschätzung zeigen, indem sie dafür sorgen, dass der Pestizidverbrauch minimiert wird wo immer möglich, dasselbe gilt für Medikamente in der Tierhaltung. Die meisten Bauern sind sich dessen aber schon bewusst. Geniessen Sie diesen Sommer und Herbst die äusserst reichhaltige Schweizer Ernte! Falls Sie in der Nähe bleiben, ist dies möglich. Aber vielleicht reisen Sie ja ganz ökologisch nach Argentinien, um sich zu vergewissern, ob das Kälblein fürs Katzenfutter auch biologisch aufwächst und sanft geschlachtet wird, da Sie sich ja längst vegan ernähren mit Sojasprossen aus China...

Astrid Meier, Alosen

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