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«Warum nimmt man den Kindern die Bäume weg?»

«Schule platzt aus allen Nähten», Ausgabe vom 25. Monat
Esther Löffel, Baar

Die Abteilung Planung/Bau in Baar findet alte Bäume zwar schön, aber nicht notwendig! Fünf majestätische haushohe Bäume säumen das letzte Stück des Inwiler Kirchweges, bevor man vor der Pfarrkirche St. Martin in Baar steht. Es sind fünfzigjährige Platanen, die Schatten spenden und unzähligen Vögeln eine Heimat bieten. Doch jetzt droht dieser wunderbaren Baumreihe der Tod durch die Motorsäge. Die Abteilung Planung/Bau der Einwohnergemeinde Baar ist der Meinung, diese Bäume seien zwar schön, aber nicht notwendig. Schliesslich plant man ja die Erweiterung der Schule Sternmatt 1 gleich nebenan auf der grünen Wiese. Der Standort, die Form und die Funktion der neuen Baukörper werden im Voraus definiert, ohne auf die Bäume Rücksicht zu nehmen. Man sieht keine Notwendigkeit, die berechtigte Forderung zur Erhaltung der wunderbaren Bäume ins Wettbewerbsprogramm aufzunehmen.

Warum? Traut man den Architekten nicht zu, dass sie selber kreative Lösungen finden können, die sowohl das gewünschte Raumprogramm als auch das Überleben der Bäume garantieren? Warum denkt man nicht daran, dass für Kindergartenkinder und Unterstufenschüler alte Bäume etwas Wunderbares und Märchenhaftes bedeuten? Es ist viel schöner, in ihrem kühlen Schatten zu spielen und dem Vogelgezwitscher zu lauschen, als sich unter einem künstlichen Sonnendach aufzuhalten. Das wiederum sehen die Planer anders. Aussenräume, Spiel- und Pausenplätze sollten ihrer Meinung nach so angelegt sein, dass sie mit wenig Aufwand kontrolliert werden können, um Personalkosten zu sparen. Ein Hof mit Spielgeräten und einer künstlichen Überdachung ist aus dieser Sicht einfacher zu managen, was ja aus dem Gefängnisbau bekannt ist.

Sind tatsächlich Geld, Kontrolle, Sicherheit die einzigen Parameter, die beim Bau eines Schulhauses berücksichtigt werden sollen? Wo bleibt da die Lebensqualität der Menschen? Warum nimmt man den Kindern die ehrenwerten alten Bäume weg? Normbäume in grossen Töpfen wie auf dem Bossard-Arenaplatz in Zug sind kein Ersatz für die alte Pracht der Platanen. Der Sturm im ver­gangenen Sommer kippte diese Topfbäume alle um. Die Platanen in Baar dagegen widerstehen jedem Sturm, ausser dem Ansturm der Motorsägen der Ab­teilung Planung/Bau. Eigentlich haben die Baarer schon gezeigt, dass es auch anders geht. Der alte Baum direkt vor dem neuen Musikschulgebäude ist ein leuchtendes Beispiel dafür. Hoffen wir, dass sich die Verantwortlichen in Baar daran orientieren und uns die alten Bäume am Inwiler Kirchweg erhalten bleiben.

Esther Löffel, Baar

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