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Leserbrief

Was für und was gegen Spange Nord spricht

«Luzern: 6,5 Millionen für Nordzubringer», Ausgabe vom 9. Mai

Ich bin froh, dass der Kantonsrat den Planungskredit für die Spange Nord bewilligt hat. Jetzt können endlich fundierte Planungsgrundlagen für die Lösung der Verkehrsprobleme der Stadt erarbeitet werden, die letztlich auch sachliche Entscheide an der Urne ermöglichen. Für mich ist klar, dass es eine Nordumfahrung von Luzern braucht, wenn nicht jeden Tag ein Verkehrsinfarkt die Stadt lahmlegen soll. Dieser schadet nicht nur den im Stau stehenden Autofahrern, sondern den Anwohnern und dem Gewerbe.

Für eine seriöse Planung müssen aber auch einige Tabuthemen aufs Tapet kommen: Die Nordumfahrung soll zum Schutz der Wohnqualität durchgehend unter Tag gebaut werden. Eine Zu- und Wegfahrt zu einem Parkhaus Musegg über die Spange Nord soll geprüft werden. Das Parkhaus Musegg, das von Privaten erstellt würde und auch eine kommerzielle Nutzung mit realistischen Preisen für Carparkplätze und Personenwagen zulässt, ist meines Erachtens die beste Lösung für einen schnellen und attraktiven Zugang von Touristen und Passanten zur Innenstadt.

Die Erstellung der Spange Nord soll von flankierenden Massnahmen begleitet werden, die den Verkehrsfluss in der Innenstadt beschränken. Ich denke da an die vollständige oder zumindest einspurige, tageszeitabhängige Schliessung der Seebrücke für den Individualverkehr durch ein dynamisches Verkehrsleitsystem.

Selbstverständlich müssen mit der Spange Nord auch der Ausbau des öffentlichen Verkehrs mit durchgehenden Busspuren und die Förderung des Langsamverkehrs einhergehen. Schliesslich erwarte ich vom Luzerner Stadtrat, dass er seine Verweigerungshaltung aufgibt und mithilft, eine zukunftsgerichtete Lösung der Verkehrsprobleme für die Stadt und Agglomeration Luzern zu finden.

Peter Lütolf, Meggen und Luzern


Der Kanton Luzern will die Stadt Luzern vom Durchgangsverkehr entlasten, und dies ausgerechnet mit – man höre und staune – einem offenen Autobahnzubringer mitten durch die Stadt. Etwas, worüber man in anderen Regionen wohl den Kopf schütteln würde, könnte in Luzern leider schon bald Realität werden. Denn mit den geschlossenen Stimmen von CVP, FDP und SVP hat der Luzerner Kantonsrat einen Planungskredit für die höchst umstrittene Spange Nord verabschiedet. Mit diesem Entscheid lässt die konservative Mehrheit im Kantonsrat wieder einmal jegliches politisches Fingerspitzengefühl und umweltpolitisches Verantwortungsbewusstsein vermissen. Zahlreiche Agglomerationen und Metropolen haben es in den letzten Jahren geschafft, durch die Begrenzung des motorisierten Verkehrs und gleichzeitiger Förderung des öffentlichen Verkehrs und des Velos die Lebensqualität massgeblich zu erhöhen. Nicht so Luzerner Regierung und Parlamentsmehrheit: Sie setzen auf das altbekannte, aber unwirksame Mittel des Kapazitätsausbaus. Erfahrungen zeigen, dass der Bau zusätzlicher Strassenkapazität stets zu noch mehr Verkehr und Umweltbelastung führt. Es gibt für Luzern innovativere Ideen wie etwa die Metro, autoarme Zonen und den Ausbau von Velostrassen, welche die Lebensqualität erhöhen und die Verkehrsprobleme langfristig lösen würden. Die Spange Nord hingegen wäre ein untauglicher Schritt in die Vergangenheit, den es, der Bevölkerung und der Umwelt zuliebe, zu verhindern gilt.

Roland Fischer, Udligenswil, Präsident Grünliberale Kanton Luzern

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