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Was wohl würde Jesus zu glutenfreien Hostien sagen?

«Papst verbietet glutenfreie Hostien», Ausgabe vom 10. Juli

Hätte der weit über seine Kirche hinaus beliebte Papst Franziskus (oder waren es eher einige, der über die angeblich einzig wahre Kirche wachenden Kardinäle?) diese Angelegenheit nicht besser sein gelassen? Denn so stellen sich wohl nicht nur mir viele weitere Fragen.

Angefangen bei der Forderung nach der richtigen Produktion und den «ehrlichen» Produzenten von Hostien und Messwein: Wie genau nahm es damals Jesus bei den Zutaten zu seinem letzten Abendmahl? Und hat er tatsächlich auf diese Weise das angeblich wichtigste Sakrament eingesetzt, von dem im noch immer richtungweisenden «Katechismus der Katholischen Kirche» von 1993 zu lesen steht: «Durch die Eucharistiefeier vereinen wir uns schon jetzt mit der Liturgie des Himmels und nehmen das ewige Leben vorweg, in dem Gott alles in allem sein darf.»

Die Kirche, angeblich von Jesus gegründet, beruft sich ja immer wieder auf die Briefe von Paulus (dem eigentlichen «Erfinder» des Christentums), obwohl dieser Jesus gar nicht kennen konnte, und auf die vier Evangelisten, die alle ihre Aufzeichnungen erst Jahrzehnte nach Jesu Tod verfassten, wobei sich hier zudem die schwerwiegende Frage stellt, ob diese bis zum Konzil von Nicäa im Jahre 325 nicht noch einige wesentliche Veränderungen erfuhren.

Vor allem die im Zuge der Aufklärung beginnende und bis heute andauernde «Worte-Jesu-Forschung» führte zu interessanten Erkenntnissen. So schreibt der in der offiziellen Kirche begreiflicherweise wenig beliebte John Dominic Crossan von gemeinsamen Mahlzeiten, «die Jesus zeitlebens praktizierte». Und selbst der bekannte Schweizer Theologe Hans Küng machte 2012 die erstaunliche Feststellung, «dass Jesus mit diesem Mahl nicht eine neue Liturgie stiften wollte». Doch noch immer dürfen allein die geweihten Priester als angebliche Nachfolger der Apostel die sogenannte Transsubstantiation (Wandlung) vornehmen. Zudem ist nur ihnen erlaubt, die Sünden zu vergeben – über dessen ursprüngliche Bedeutung, als Jesus noch lebte und er diese Macht angeblich seinen Jüngern verlieh, ebenso ernsthaft zu diskutieren wäre.

Damit man mich richtig verstehe: Die christlichen Kirchen sollen sich weiterhin an das letzte Abendmahl erinnern, aber nicht in Form eines angeblich wiederholbaren Wunders.

Urs Diethelm, Zug

Bekanntlich ist Zöliakie eine chronische Erkrankung des Dünndarms, bei der Betroffene überempfindlich auf Gluten reagieren. Gluten kommen in den Samen einiger Getreidearten vor. Weil Gluten somit auch in Hostien enthalten sind, haben betroffene Menschen ein nicht kleines Problem bei der Kommunion.

So habe ich gelesen, dass die Hostie aus ungesäuertem Weizenbrot hergestellt werden muss. Aufgrund der Annahme, dass Jesus beim letzten Abendmahl wahrscheinlich Weizen- oder Gerstenbrot verwendet habe, sind Hostien, die keine Gluten – also kein Weizenmehl – enthalten, gemäss der römischen Glaubenskongregation als «ungültige Materie» für die Eucharistie zu halten. Gerne würde ich Jesus persönlich fragen, was er dazu meint. Wenn ich seine Botschaft tiefer bedenke, stelle ich fest, dass für ihn diese Vorschrift nicht so wichtig wäre. Wichtiger ist für ihn der Geist, mit dem die Eucharistie gefeiert und die Kommunion empfangen wird. Auch überrascht mich, dass diese Vorschrift offenbar auch vom Papst mitgetragen wird. Wie weit er diese, für die meisten nebensächliche, für Betroffene aber wichtige Sache bedacht hat, entzieht sich meiner Kenntnis.

Othmar Kähli, em. Pfarrer, Zug

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