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Weitere Lesermeinungen zum Hochhausreglement der Stadt Zug

Zur Abstimmung vom 26. November in der Stadt Zug über das Hochhausreglement

Ursprünglich sollte das Hochhausreglement sinnvolle Leitplanken für künftige Hochhäuser festlegen. Die Mehrheit des Gemeindeparlamentes folgte aber dem Druck der Immobilienlobby. Das nun zur Abstimmung kommende Reglement enthält diese Leitplanken nicht mehr.

Die Entwicklung der Stadt in die Höhe macht Sinn, aber das fortschrittliche Projekt wurde zu einem regelrechten Hochhaus-Freipass ohne Augenmass. Dass entlang der Baarerstrasse ein Luxushochhaus neben dem anderen stehen kann und das Quartier Guthirt im Schatten bleiben würde, kann ich nicht unterstützen. Das Parlament muss noch einmal über die Bücher. Ich stimme deshalb Nein zu einem Reglement, bei dem das Augenmass komplett verloren ging.

Irene Wisler, Zug

Mit der Abstimmung über das Hochhausreglement kommt ein langjähriger planerischer und politischer Prozess zu einem vorläufigen Abschluss. Das Stadtzuger Stimmvolk entscheidet, ob die am Anfang dieses Prozesses gestellten Fragen befriedigend beantwortet wurden oder ob der Berg eine Maus geboren hat.

Als nicht mehr in der Stadt Zug wohnhafter, aber an Planungsprozessen interessierter Kantonsbürger beschäftigt mich die Hochhausdebatte aus einer grundsätzlichen Sicht.

Welche Auswirkungen und Folgen hat das Hochhaus­reglement für die Nachbar­gemeinden?

Alles hatte so gut begonnen! Vor mehr als 15 Jahren hat der Kanton Zug ein Grundsatzpapier «Hochhäuser im Kanton Zug» erstellen lassen. In der Arbeitsgruppe waren neben den Vertretern des Kantons auch die Bauverwalter der Gemeinden (Behördendelegation der 11 Einwohnergemeinden) vertreten. Die Bearbeitung erfolgte durch ein ausgewiesenes Fachteam von Architekten und einer Soziologin/Planerin. Der Abschlussbericht dieser sehr aufschlussreichen Arbeit wurde im Jahre 2002 erstellt und «....wird behördenverbindlich von 11 Gemeinden zur Kenntnis genommen» (Originaltext aus dem Grundsatzpapier).

In diesem Grundsatzpapier wurden fundierte Aussagen über Gebiete und mögliche Standorte von Hochhäusern, von Sihlbrugg/Baar bis nach Risch, sowie Anforderungen an die Planung von Hochhäusern erarbeitet und formuliert. Mit Unverständnis nehme ich zur Kenntnis, dass die Resultate dieses Papiers im aktuellen Hochhausreglement nicht oder nur bedingt berücksichtigt werden. Daraus ergeben sich mir folgende Fragen:

Wie geht der Milizpolitiker mit fundiertem Fachwissen um? Welchen Einfluss hatte der Kanton im vorliegenden Hochhausreglement? Ist es richtig, dass die Stadt Zug markante städtebauliche Veränderungen vornehmen kann, ohne dass diese geplante bauliche Entwicklung mit den Nachbargemeinden koordiniert wird?

Als Folge dieser geplanten Um- und Aufzonungen gilt es, eine adäquate Infrastruktur zu erstellen (Schulhäuser, Strassen). Auch die Skyline, die Sichtbezüge werden nicht ohne Folgen für die Bewohnerschaft der Nachbargemeinden sein. Man stelle sich nur die geplanten Bauten im Gebiet Choller/Ammannsmatt vor. Diese werden die Gemeinden Cham und Steinhausen mehr als nur tangieren.

Fazit: Ich bin der Meinung, dass guter Städtebau nur mit Kontinuität gelingen kann. Unter Kontinuität stelle ich mir vor, dass die Erkenntnisse und Erfahrungen aus diesen von Fachleuten erstellten und vom Staat für viel Geld erarbeiteten Studien die Grundlage für die politische Entscheidungsfindung bilden sollten. Auch bin ich der Meinung, dass die Grundlagen rund um die Planung von Hochhäusern nur unter Einbezug sämtlicher Talgemeinden erarbeitet werden können.

Felix Koch, Cham

Viele Leserbriefschreiber fordern ein Ja zum Hochhausreglement mit Argumenten, die aus unseren Schubladen stammen könnten: Man will keinen uferlosen Hochhausbau, man will Schranken setzen. Aber geht es diesen Leuten nicht um etwas ganz anderes? Geht es nicht in erster Linie darum, dass man auch in Zukunft offene Türen für Investoren aus aller Welt haben will? Dass man möglichst wenige Einschränkungen für Architekten möchte? Ich befürchte, das sind die wahren Argumente aus bürgerlicher Sicht.

Wer will, dass auch in den nächsten Jahren der Turmbau zu Zug weitergeht, der sagt Ja zum Reglement. Wer aber der Meinung ist, dass nun eine Denkpause angesagt ist, dass wir vorerst keine weiteren klotzigen Up-Towns und Parktowers mehr wollen, der sagt Nein zum vorliegenden Reglement. Zug darf und soll weiter wachsen dürfen, aber nicht im gleichen Ausmass wie in den vergangenen 20 Jahren. Das ufer­lose Wachstum führt zu noch mehr Verkehr auf den Strassen, zu einem Stadtumbau, der in einem so rasanten Tempo weitergeht, dass wir uns bald nicht mehr zu Hause fühlen in dieser Stadt.

Stefan Hodel, Alternative – die Grünen der Stadt Zug

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