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Welche Absichten hat die Tempo-30-Lobby?

«Gesetzgeber steht in der Pflicht» und «Mehr Tempo 30 würde helfen», Ausgaben von 28. und 29. Mai

Lärmphobiker und Pseudo-Sicherheitsfanatiker legen sich derzeit sehr ins Zeug und stilisieren in blumigen Worten Tempo 30 als ultimatives Mittel zur Lösung aller Probleme hoch.

In Beckenried und Stans kennen wir diese unsägliche Beschränkung nun seit Jahren. Schon vor der Einführung konnte keiner einen Nachweis für eine Verbesserung der Sicherheit in diesen Zonen erbringen. Schlicht deswegen, weil sie nie Unfall-Hotspots waren.

Spannend ist aber, dass der partielle Wegfall von Fussgängerstreifen sogar das Gegenteil bewirkte und die, welche man am meisten schützen wollte – nämlich Kinder – nicht mehr erkennen konnten, wo sie gefahrlos über eine Strasse kommen. Gleichzeitig wird der Nachwuchs in Veloanhängern auf Auspuffhöhe den Abgasen ausgesetzt. Das ist offenbar für 30er-Lobbyisten kein Problem.

Es stimmt, dass das Fahren von 30 km/h den Lärm gegenüber 50 km/h um rund 4 Dezibel vermindert. Wahr ist aber auch, dass vor Tempo 30 die in Stans gemessene Durchschnittsgeschwindigkeit bei 42 km/h gelegen hat. Die Geräuschreduktion liegt also in der Realität maximal bei 2 Dezibel. In Beckenried ist dies aufgrund der Verkehrsführung nicht anders.

Laut dem Bundesamt für Strassen reduzieren Flüsterbeläge innerorts Geräusche um 4 bis 9 Dezibel ohne Temporeduktion. Da in fast jeder Gemeinde Nidwaldens munter an den Strassen gepflastert wird, ist es problemlos möglich, diese Beläge einzubauen – mit unwesentlichen Mehrkosten. Dass gewisse Votanten offenbar Sportwagen- respektive Töffhasser sind, ist wohl eher eine Neid-Geschichte als ein Lärmproblem.

Interessant ist: Weder Sicherheitsargumente noch Lärmverminderungen rechtfertigen innerorts eine Temporeduktion. Man muss mutmassen, dass hier noch ganz andere Ziele im Verborgenen liegen: Die Tempo-30-Lobby will als Fernziel in ganzen Städten und Dörfern den motorisierten Individualverkehr verbieten. Da gilt es, Einhalt zu gebieten. Mit einem Lärmsanierungs-Projekt dürfen solche Machenschaften nicht unterstützt werden. Wir brauchen definitiv keine neuen Spielplätze auf unseren Strassen.

Ich schliesse meinen Leserbrief mit einem Tipp: Wer Ruhe und Erholung sucht, soll in die Natur gehen. Ein Spaziergang in Wald oder auf Wiese, Tiere anschauen, wandern, joggen, biken ... Glauben Sie mir, Sie tanken mehr Lebensqualität auf, als im Stanser-Stau-30er den lauten Sportwagenverkehr zu beobachten!

Wäli Kammermann, Dallenwil

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