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Leserbrief

Das Debakel bei der Post und wer es schliesslich ausbaden muss

«Post probiert den Befreiungsschlag», Ausgabe vom 12. Juni

Die Schweiz hat die weltbeste Post. Darauf können wir stolz sein. Aber weshalb wurde die Leitung dieser weltbesten Post entlassen? Da muss es eine Diskrepanz geben zwischen dem Management der Post und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Während die Einen hervorragende Arbeit leisten, sorgen die Andern für Schlagzeilen. Betrügereien bei Postauto, Kahlschlag bei den Poststellen und Personalabbau bei der Postfinance sind die Stichwörter. Ex-Postchefin Ruoff hat als Verwaltungsratspräsidentin der Postauto AG angeblich nicht gewusst, wie die Gewinne vertuscht und die Subventionen umgebucht wurden. Wahrscheinlich hat man an den Verwaltungsratssitzungen über das Wetter und den Milchpreis diskutiert. Mit dem Kahlschlag bei den Poststellen hat sich Ruoff ein Denkmal gesetzt. Dass sie damit die Postkunden verärgert und den einst guten Ruf der Post beschädigt hat, dürfte sie nicht mehr gross kümmern. Der Nachfolger von Ruoff hat nun die dankbare Aufgabe, das angeschlagene Image der Post wieder aufzupolieren.

Adolf Keist, Reussbühl (ohne Poststelle)


Post-Verwaltungsratspräsident Urs Schwaller will jeden der Postauto AG zu Unrecht bezahlten Franken den Kantonen zurückzahlen. Wer wird die hundert Millionen wohl berappen? Er und die Verantwortlichen sicher nicht. Zuerst wurden mit Betrug die Steuerzahler geschröpft, anschliessend dürfen die Steuerzahler als Kunden ein zweites Mal für die staatliche Korruption bluten.

Noch ein Wort zum Thema Verantwortung: Immer wieder werden ja die Millionengehälter der Chefs der Staatsbetriebe mit der grossen Verantwortung begründet. Effektiv trägt aber jeder Busfahrer die grössere Verantwortung, jeder Fehler kann Menschenleben gefährden oder hat strafrechtliche Konsequenzen. Eine Lehre aus dem Korruptionsskandal sollte sein, Millionengehälter und Boni sollten bei Staatsbetrieben sofort abgeschafft werden. Nur weil jemand so viel abkassiert, bedeutet das nicht, das dieser seinen Job besser macht, als einer oder eine die den Anstand noch nicht verloren haben.

Thomas Lang, Retschwil


Jemand fragte, warum die Kontrollstelle den Skandal mit 200000 Falschbuchungen über Jahre hinweg nicht früher aufgedeckt hat. Ganz einfach, der Gesetzgeber hat dem Verwaltungsrat folgende Pflicht auferlegt: «Die Implementierung und Aufrechterhaltung eines funktionierenden Kontrollsystems.» Dies ist eine nicht delegierbare Aufgabe und eine Kernkompetenz des Verwaltungsrates. Die Kontrollstelle ist eine externe Kontrolle, die nur stichprobenweise kontrolliert. Sie ist nicht verpflichtet, das interne Kontrollsystem zu überprüfen. An erster Stelle kommt das interne Kontrollsystem der Post, dessen Leiterin freigestellt wurde, aber oberste Leitung in Hauptverantwortung ist der gesamte Verwaltungsrat. Ein nach Parteien-Proporz zusammengestellter Verwaltungsrat ist wohl nicht fähig, seine Pflichten wahrzunehmen. Für den Schaden sollten die Geschäftsleitung und der Verwaltungsrat mit Verantwortlichkeitsklagen zur Solidaritätshaftung herangezogen werden. Warum sind da die Politiker so still, wo sie sonst immer so eine grosse Röhre haben? Steuergeldverschwendung ist es offenbar nur, wenn keine Parteikollegen betroffen sind. Gruss von der SVP, SP, FDP, CVP und so weiter.

Patrick Vokinger, Emmetten


Die Aufgaben und Verantwortungen eines Verwaltungsratspräsidenten werden im Obligationenrecht Art. 716a festgelegt: Er hat die Oberaufsicht über die mit der Geschäftsführung betrauten Personen. Als Präsident des Verwaltungsrates wurde Herr Schwaller dieser Aufgabe nicht gerecht. Es genügt nicht, die Arbeit der mit der Geschäftsführung betrauten Personen lautstark zu kritisieren. Herr Schwaller muss gehen.

Ruedi Studer, Niederscherli

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