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Wer weiss denn schon, was in elektronischen Geräten verbaut ist

«Digital first! Reflexion second», Ausgabe vom 9. März
Andreas Iten, Unterägeri

Carl Bossard bestreitet, dass Computerprogramme im Bildungsbereich positive Effekte hervorrufen. Er begründet dies durch seine Erfahrung und durch Untersuchungen. «Es konnte noch keine empirische Studie nachweisen, dass der frühzeitige Einsatz elektronischer Medien positive Effekte hätte.» Das macht mich stutzig, aber ich verstehe es. Das Internet ist ein Hilfsmittel, das jemandem nützt, der weiss, was er sucht. Dafür braucht es Bildung. Sie entsteht durch die Eltern, durch Lehrerinnen und Lehrer und durch eigene Anstrengungen. Sie wird, wie Bossard schreibt, in den Anfängen im analogen Dialog erworben. Bildschirme, das wissen wir vom Fernsehen, bieten keine Erlebnisse, die nachhaltig wirken. Sie entsinnlichen die Wahrnehmung und beschleunigen das Vergessen. Das hat zur Folge, dass zwar Wissen herumschwirrt, aber es bildet sich keine echte Anschauung. Anschauung hat mit den Sinnen des Menschen zu tun. Bildung, wie sie Bossard versteht, ist mehr als Wissen. Bildung bietet die Möglichkeit, im Leben die richtigen Fragen zu stellen. Wer nicht genau weiss, was er beantwortet haben möchte, surft stundenlang vergebens im Netz. Der digitale Unterricht kann also erst Gewinn abwerfen, wenn Bildung vorhanden ist. Die Folgerung von Carl Bossard: Wir sollten uns weniger mit dem apparativen Unterricht als vielmehr mit der Entfaltung der Anschauungskraft befassen. Sie entfaltet sich nicht an einer vom Natürlichen abstrahierten Welt, mögen die Bildchen im Netz noch so schön sein!

Andreas Iten, Unterägeri

Es geht uns einfach zu gut! Wohlstand vernebelt unser Denkvermögen und damit unser Handeln. Die digitale Zukunft zum Beispiel. Wer von den «Usern», wie die Benutzer heute auch genannt werden, weiss was alles in digitalen Geräten verbaut wird? Da werden unter anderem sogenannte «seltene Erden» gebraucht. Zur Info können alle «User», «seltene Erden» googeln! Dass der Abbau dieser Rohstoffe, vor allem in Drittweltländern Menschenleben kostet und die Umwelt ruiniert, interessiert die meisten «User» nicht. Und die digitale Zukunft hat erst so richtig begonnen. Es geht uns einfach zu gut! Wir haben erst vor kurzem über «No Billag» abgestimmt. Dass dabei bei einem «Ja», Minderheiten «bestraft» worden wären, wurde von den Initianten nicht berücksichtigt. Es geht uns einfach zu gut! Dass wir den Vermögenden und Grosskonzernen möglichst tiefe Steuern und sonstige Abzüge gewähren, um sie «zu halten», dabei aber vergessen, dass alle anderen das «Defizit» ausgleichen müssen, also all jene, die sonst schon auf das Geld achten müssen. Es geht uns einfach zu gut! Wir laufen mit einem Smartphone vor dem Kopf durch das Leben. Haben das Gefühl, alles im Griff zu haben. Sehen aber nicht mehr die wichtigen Dinge im Leben. Es geht uns einfach zu gut! In jedem Bereich unseres Lebens wäre es sinnvoll zu hinterfragen, was für Auswirkungen unser Tun und Handeln hat? Vielleicht uns auch einmal die Frage zu stellen: Geht es uns zu gut?

Martin Iten-Iten, Alosen

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