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Widersprüche und keine guten Argumente

Zur Abstimmung über die Einheits­gemeinde» in Oberdorf vom 5. Juni

Einheitsgemeinde ja oder nein? Die FDP hat herausgefunden, dass die Mitglieder des Gemeinderates zu wenig zu tun haben. Anders kann ich es mir nämlich nicht erklären, dass der Gemeinderat jetzt auch noch die Arbeit des Schulrats übernehmen soll. Aber warum verkleinert man dann den Gemeinderat nicht um zwei auf fünf Sitze? Und alle sind wieder voll beschäftigt, der Gemeinderat und der Schulrat.

Oder waren es doch «die betroffenen Personen», die nicht zu 100 Prozent gewillt waren zusammenzuarbeiten, welche die FDP auf die Idee brachten, den Gemeinde- und den Schulrat zusammenlegen zu wollen? Hierzu schreibt die FDP aber auch noch, dass «die Zusammenarbeit in den letzten Jahren nicht schlecht war» und dass «sich die Räte immer mal wieder gegenseitig blockiert hätten».

Aber wen meint die FDP nun wirklich, wenn sie von «den betroffenen Personen» spricht? Eigentlich egal. Die FDP hat die Lösung nämlich gefunden und möchte die Einheitsgemeinde einführen. Sie ruft deshalb die Oberdorfer Bevölkerung wieder zu einer Abstimmung auf, diesmal an der Urne, nachdem wir an der Herbstgemeindeversammlung 2013 schon einmal deutlich Nein zur Einheitsgemeinde gesagt haben.

Das ist gerade einmal zweieinhalb Jahre her. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was im Bundeshaus los wäre, wenn eine Partei, egal welche, ein Thema nach so kurzer Zeit wieder zur Sprache bringen würde. Der Begriff «Zwängerei» würde sicher auch fallen. Und wie begründet die FDP nun ihren Vorstoss? Die Bevölkerung sei im November 2013 nicht sachlich über die Vor- und Nachteile einer Einheitsgemeinde informiert gewesen. Hoppla!

Ich dachte immer, dass es die Aufgabe des Gemeinderates sei, die Bevölkerung vor Abstimmungen vollumfänglich zu informieren. Hat damals der Gemeinderat demnach gepatzt und den Stimmbürger schlecht aufgeklärt? Gut also, dass die FDP das nun nachholt: Schnittstellen sollen vereinfacht und Synergien genutzt werden. Genau das geschieht aber heute schon in vielen Bereichen. Das Rechnungswesen der Schule beispielsweise wird bereits über das Finanzamt der Gemeindekanzlei abgewickelt, und die Hauswarte der Schule reinigen und unterhalten die Räume des Gemeindehauses. Am Schluss der Abstimmungsbotschaft sieht die FDP sogar noch Sparpotenzial.

Da haben die FDP-Mitglieder an der Podiumsdiskussion aber schlecht zugehört. Alfonso Ventrone aus Hergiswil sagte dazu nämlich: «Wenn ihr sparen wollt, dann müsst ihr es nicht machen.» Viel Text in der Abstimmungsbroschüre, einige Widersprüche, keine stichhaltigen Argumente, und das für mich als Primarlehrer Wichtigste fehlt: Die Schülerinnen und Schüler profitieren von einer Zusammenlegung der beiden Räte nicht. Deshalb werde ich, zweieinhalb Jahre nach der ersten Abstimmung, wiederum mit Nein stimmen.

Dirk Ferwerda, Oberdorf

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