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Leserbrief

Wie das neue Gesetz und was bei einem Haus-Umbau passiert

Zu den Leserbriefen «Das neue Energiegesetz und der Druck auf Hauseigentümer», Ausgabe vom 19. Juni

In einigen Leserbriefen werden im Zusammenhang mit der Abstimmung zum kantonalen Energiegesetz Dinge behauptet, die nicht stimmen und die dringend einer Korrektur bedürfen. So schreibt ein Autor «das Energiegesetz wird mich zwingen, die zuverlässige Ölheizung durch eine Wärmepumpe mit ungenügender Vorlauftemperatur zu ersetzen.» Stimmt nicht. Solange die Ölheizung zuverlässig funktioniert, bleibt sie in Betrieb. Erst wenn sie nicht mehr funktioniert, muss sie mit einer Wärmeerzeugungsanlage ersetzt werden, die die neuen gesetzlichen Bestimmungen erfüllt.

Anderswo steht: «Der Zwang, Anlagen nach 15 Jahren zu ersetzen, macht uns zur Wegwerfgesellschaft.» Die wenigsten technischen Anlagen haben eine Lebensdauer, die höher als 15 Jahre ist, und sie werden dann so oder so ersetzt. Das Gesetz verlangt nur, dass bei einem Ersatz der dannzumalige Stand der Technik berücksichtigt wird. A propos Eigenverantwortung: Die technischen Möglichkeiten existieren seit rund 30 Jahren: In unserem Mehrfamilienhaus wird alle benötigte Wärme günstig mit erneuerbarer Energie erzeugt, seit je ohne jeden Zustupf. Für mich ist nicht verständlich, warum nicht unzählige andere Liegenschaftsbesitzer auch schon solche Anlagen eingebaut haben. Freiwilligkeit führt leider nicht immer zum Ziel.

Monique Frey, Kantonsrätin Grüne, Emmen


Mit der heutigen Gesetzgebung werden schon heute freiwillig bei Umbauten vernünftige und sinnvolle Massnahme umgesetzt. Über die neuen Auflagen werden viele Hausbesitzer und Mieter bei der Umsetzung grosse Augen machen. Wenn ein Teil der Haustechnik saniert werden muss, ist künftig ein aufwendiges Bewilligungsverfahren erforderlich. Dies beschäftigt Planer und Behörden. Die Bauämter werden diese Kontrollaufgabe nicht selber bewältigen können und müssen Fachbüros beiziehen. Diese Kosten, die keinen Mehrwert ergeben, werden den Hausbesitzern und schlussendlich den Mietern übertragen.

Bei vielen älteren Gebäuden wird eine Sanierung nur als Totalsanierung mit Leerkündigungen oder gar Abbruch und Ersatzneubau möglich sein. So werden viele bezahlbare Wohnungen vernichtet. Besitzer von älteren Einfamilienhäusern werden die finanzielle Last nicht tragen können.

Was ist zu unternehmen, wenn ein Ölkessel im Winter defekt ist und unverzüglich ersetzt werden muss? Bis das Bewilligungsverfahren absolviert ist, ist kein warmes Wasser und keine Heizung verfügbar. Die Mieter haben gemäss Mietrecht Anrecht auf Warmwasser und eine geheizte Wohnung. Das Mietrecht hat für den Hausbesitzer bei der Schlichtungsstelle Vorrang vor dem Energiegesetz. Berechtigte Mietzinsreduktionen wären die Folge. Falls der Hausbesitzer schnell handelt und einen Heizkesselersatz ohne Bewilligung vornimmt, wird er eine Busse erhalten. Der Hausbesitzer kann nur verlieren. Er ist gut beraten, heute schon die Strategie für die Eventualitäten seines defekten Heizkessels festzulegen, damit er schnell und wirtschaftlich handeln kann. Falls ein Ölkessel in nächster Zukunft ersetzt werde soll, dürfen jetzt auf keinen Fall die Fenster saniert werden. Erst beim Kesselersatz ist mit dem Bewilligungsgesuch der Fensterersatz (Standardlösung 8) vorzunehmen.

Albert Koch-Weingartner, Adligenswil


Warum der Kanton Luzern seine Bevölkerung nicht übermässig mit neuen Abgaben und Vorschriften belasten sollte, sei nachstehend dargelegt: Schon jetzt beträgt die CO2-Abgabe auf Heizöl rund einen Drittel des Preises. Diese Energiesteuer will man in den nächsten Jahren noch ständig erhöhen. Sie könnte am Schluss bis zu zwei Drittel der Heizölkosten ausmachen. Man will so die Leute zwingen, den Ölbrenner durch eine andere Heizung zu ersetzen. Dieser Dauerdruck über den Preis hat erpresserische Züge. Dabei trägt die Schweiz nicht einmal ein Promill zum weltweiten CO2-Ausstoss bei!

Tatsache ist, dass die Schweiz nebst Deutschland das einzige Land der Welt ist, das komplett aus der Atomenergie aussteigen will. Deutschland ersetzt 20 Prozent Strom durch Kohle-, Gaskombi- und Windkraftwerke. Alle drei Energien sind in der Schweiz unerwünscht oder kaum effizient nutzbar. Solarenergie wird zwar zu Recht immer mehr genutzt, kann aber niemals 40 Prozent Atomkraft und auch noch das Heizöl ersetzen. Zudem hat Solarstrom immer noch erhebliche Mängel und Risiken. Investitionen in Alternativenergien müssen immer zuerst finanziert und nachher amortisiert werden. Darum Nein.

Robert Furrer, Oberkirch

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