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Leserbrief

Wie geht es mit der «grünen Lunge» im Cham weiter?

Zwei Leserbriefe zum Projekt «Kantonsschule Ennetsee».

Verstehen Sie das? Da sollen 3,8 Hektaren Landwirtschaftszone in die Zone «öffentliches Interesse für Bauten» geändert werden. Im Rahmen dieser Umzonung soll westlich davon eine Schutzzone «Grüne Lunge Röhrliberg» entstehen. Wie soll das nun grüner werden? Dort ist doch heute auch eine Landwirtschaftszone. Oder soll dort ein neuer Park (Parkstadt Cham!) mit vielen Bäumen entstehen (mindestens 3,8 Hektaren)? Oder ist das einfach nur ein (schlechter) Scherz? Man könnte ja einfach auf eine Umzonung verzichten! Dann bleibt grün grün!

Erinnern Sie sich: Anfang 2013 wurde das eidgenössische Raumplanungsgesetz deutlich angenommen. Auch im Kanton Zug, auch in der Gemeinde Cham. Ziel war und ist die restriktiv zu handhabende Begrenzung der Bauzonen, also auch auf solche Umzonungen tunlichst zu verzichten. Und in Cham bestand exakt zur gleichen Zeit eine einmalige Chance, für die Kanti Ennetsee eine Lösung zu finden, nur wenig östlich der jetzt geplanten Umzonung. Diese eindeutig bessere Alternative wurde nicht wirklich geprüft, weder von den Behörden der Gemeinde noch des Kantons. Jetzt hat man also (wohl wunschgemäss!) offensichtlich keine Alternative mehr. Es ist Eile geboten! (Hei! Das ging aber schnell: Ende Juni eingereicht, Anfang Juli gemäss Vorprüfung genehmigungsfähig!) Nur noch so nebenbei: Ennetsee (oder Zug West) besteht nicht nur aus Cham!

Es gibt natürlich betreffend einer Realisierung «Kanti Ennetsee» noch einige Knacknüsse zu klären. Heute nur so viel: Stolze 40 Millionen Franken soll dieser Landkauf nun plötzlich kosten. Dabei schenkt «die Gemeinde» Cham dem Kanton 20 Millionen Franken.

Wer ist eigentlich «die Gemeinde»? Ist das rechtlich so eigentlich überhaupt zulässig? (Schönes Steuergeschenk!) Korrekt müsste es zudem heissen «Der Gemeinderat schlägt vor» (mehr Kompetenzen hat er dazu nicht) und nicht «Die Gemeinde will»! Deshalb muss also auch über den Standortbeitrag abgestimmt werden. Gleichzeitig, obwohl der Kauf ja noch nicht getätigt ist? Und was, wenn der Umzonung zugestimmt wird, dem Beitrag aber nicht? Will dann der Kanton noch? Und wenn nein? Was dann mit dem Land?

Jedes Mal, wenn über diesen Landkauf berichtet wird, erscheint ein anderes Bild. Schwer auszumachen, wie diese Landfläche genau aussieht: 3,8 Hektaren! Wie viel ist das? Nimmt man als Länge das ganze Röhrliberg-Quartier an, also von ganz vorne bis ganz hinten, dann ergäbe sich eine dazu gehörige Breite von gut 100 Metern.

Das geht wohl von der Länge her so nicht, also doch eher quadratisch 195 Meter mal 195 Meter. Schauen sie sich eine solche Fläche konkret in der Natur an. Zwei Drittel der Fläche des ganzen Röhrliberg-Quartiers oder mindestens zwei Mal die Fläche des ganzen Schulhausareals Röhrliberg oder mit «aktuellen Masseinheiten»: beinahe sechs Fussballfelder! Ist das notwendig?

Moritz Keller, Cham


Ich frage mich, wozu man viel Zeit und Geld in die Erstellung von Richtplänen, Visionen, Absichtserklärungen et cetera investiert – wenn beim nächsten Wunsch schon alles wieder über den Haufen geworfen wird.

Noch vor wenigen Jahren war in Cham das Gebiet Hünenbergerstrasse Richtung Allmend – Rütiwäldli als «grüne Lunge» definiert. Später wurde an dieser Lunge herumgeschnetzelt und Wohnblöcke erstellt. Nun wird an dieser Lunge weiter geschnetzelt (obwohl von einer Erhaltung, ja sogar der Schaffung einer neuen «grünen Lunge» gesprochen wird) – eine Kantonsschule soll darauf gebaut werden.

Ich wundere mich, dass der Chamer Gemeinderat anscheinend nur Positives in dieser Entwicklung sieht. Ähnliches gilt für die bereits erfolgte Umzonung des Papieri-Areals. Auch hier wird uneingeschränkt gestrahlt. Die Zeit der simplen Gleichung «Wachstum = positiv» ist nun doch wirklich vorbei!

Edith Fässler, Cham

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