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Wie haben sie das bloss fertiggebracht?

Zur Samstagsrundschau vom 14. Oktober auf SRF 1

In der Schweiz müsse jetzt der Strahlungsgrenzwert für Mobilfunkantennen unabdingbar, unausweichlich und sofort gelockert werden, da unser Land sonst wirtschaftlich gegenüber der übrigen Welt ins Abseits gerate und dem Untergang geweiht sei. Dieses Schreckensszenario malte Swisscom-CEO Urs Schäppi in der Samstagsrundschau vom 14. Oktober und in einer doppelseitigen Inseratekampagne in der Sonntagspresse vom 22. Oktober.

Und wo wohnt eigentlich Herr Schäppi und wie weit weg von ihm ist wohl die nächste Mobilfunkantenne?

Gut zu wissen – als Urs Schäppi (CEO und oberster Chef von Swisscom) kam, war die Antenne weg. Zuvor stand sie auf dem Schulhausdach der Oberstufenschule Selhofen 21 und strahlte exakt in Richtung der neu erbauten Terrassen­häuser. Im Oktober wollte der Fachstellenleiter von Gigaherz die Distanz von der Antenne zu Schäppis Wohnort nachprüfen. Aber die Antenne ist nicht mehr da! Einfach weg. 150 Meter vor Schäppis Wohnzimmerfenster! Ketzerische Frage: Hatte am Ende da Schäppi die Hand im Spiel?

Gut zu wissen – im Fall der Mobilfunkantenne bei der Bahnstation Boll-Sinneringen kämpften die Anwohner verzweifelt gegen deren Bau. Sie verlangten, vergeblich durch alle Instanzen, eine Verschiebung um einen Kilometer auf den Dentenberg hinauf. Das gehe absolut nicht, beschied man ihnen. Der Dentenberg sei Landwirtschaftszone und dort seien nach Raumplanungs­gesetz Mobilfunkantennen ein Tabu.

Dann nahm Andreas Wetter (CEO von Orange – heute Salt) in Sichtweite der Bahnhofantenne Wohnsitz: Und schwupp – schon flog die Antenne auf den Dentenberg hinauf.

Wie haben die das bloss fertiggebracht? Bisher galten Kündigungen des Mietverhältnisses seitens des Standortgebers als missbräuchlich, weil sich der Mieter (Mobilfunkbetreiber) immer klaglos verhalte, die Grenzwerte eingehalten und den Mietzins immer pünktlich bezahlt habe. Räumungsklagen bis vor die obersten kantonalen Mietgerichte sind die Normalität. Mietverträge mit Mobilfunkgesellschaften gelten deshalb als unkündbar bis in alle Ewigkeit.

Gut zu wissen – direkt in die Hauptstrahlrichtung einer der Sektor-Antennen in Köniz (Bern) entstand das Verwaltungsgebäude des Bundesamtes für Gesundheit. Unmittelbar vor Bezug des neuen Bürokomplexes wurden zwei Antennen, die in diesen Sektor strahlten, einfach entfernt!

Swisscom, Sunrise und Salt tragen auch Sorge zu ihren Helferinnen und Helfern bei der WHO (Gesundheitsorganisation der UNO) in Genf. Die mittlere Gesamtbelastung betrug dort 0,09 V/m, wohl um sicherzustellen, dass die WHO-Verantwortlichen keine oder nur geringe gesundheitliche Auswirkungen verspüren, und um keinen Anlass zu Reklamationen zu riskieren. Der Schweizer Vorsorgewert hingegen beträgt 5 V/m (etwa das 55-Fache), welche in den Wohnungen rund um Mobilfunkantennen bis zu 99,5 Prozent oder bis auf 4.98 V/m ausgeschöpft und der Bevölkerung zugemutet werden.

Josef Arnold, Baar

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